Eine Woche nach dem riesigen Schneechaos an den Londonder Flughäfen war der Anblick bei unserer Ankunft überraschend - kein Fleckchen war mehr mit Schnee bedeckt! Auch die Temperaturen waren sehr angenehm und deutlich über 0°C was unseren Besuch wesentlich angenehmer gestaltete.
Wir residierten in einem St. Christopher's Inn Hostel am Shepherd's Bush, eine recht zentrale Position, direkt am U-Bahnhof der Central Line und nicht weit entfernt vom (zur Zeit seiner Eröffnung) drittgrößten Kaufhaus der UK, dem Westfield. Dort verbrachten wir auch den Rest unseres ersten Tages und liefen stundenlang durch das Kaufhaus, in welchem es eine Schlittschuhbahn, ein Kino und hunderte von Geschäften gab. Es war wirklich riiiiesig! Es gab sogar tolle Routenplaner, die einem die Ladensuche erleichterten. Abends saßen wir dann in der Bar unten im Hostel, dem Belushi's, und Matze trank seinen allerersten Snakebite :) Falls ich es noch nicht erwähnt habe, das ist hier so eine Art Nationalgetränk bestehend aus Cider, Bier und Cranberry Saft.
Am 2. Tag (dem 29.12.) brachen wir zu einer Free Walking Tour durch London auf. Die gibt es mittlerweile in recht vielen Städten in Europa. Erst diesen Sommer haben Matze und ich diese Tour auch in Berlin gemacht und ich hab sie auch schon in Edinburgh mitgemacht, echt genial. Wir sind also fast 3 Stunden durch London gelaufen und ein witziger und wissensreicher Irischer Geschichts- und Literaturstudent hat uns mit Fakten und lustigen Geschichten bereichert. So sahen wir dann auch schon die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Londons. Da wir beide auch zuvor schonmal in London gewesen waren, kannten wir die ja schon ein bisschen. Anschließend aßen wir dann noch Mittag in einem Pub (und bekamen 25% Rabatt weil wir zuvor an der Tour teilgenommen hatten) und sahen uns dann am Leicester Square um. Dort wollten wir Theater Tickets kaufen um das Phantom der Oper anzusehen. Dies gelang uns glücklicherweise auch und wir kehrten zurück zum Hostel, was ja zum Glück nicht weit entfernt war. Ich hab mir dann noch neue Schuhe gekauft und wir haben abends wieder im Belushi's gesessen.
Am Buckingham Palace war grade Wachablösung. Ein riesiges Spektakel, welches alle 2 Tage stattfindet und jedes Mal tausende von Touristen anzieht. Wenn man nicht schon Stunden vorher da ist, dann sieht man genauso viel wie wir - nämlich fast nichts.
Außerdem erfuhren wir, dass London die am meisten überwachte Stadt von vermutlich der ganzen Welt ist, denn von allen weltweiten Sicherheitskameras befinden sich 20% in London. Man nimmt an, dass ein Durchschnittslondoner von 300 Kameras pro Tag gefilmt wird. Wenn man, wie wir, durch Londons Innenstadt läuft, dann kann man davon ausgehen, dass wir jede einzelne Minute überwacht wurden. Das ist schon ein bisschen gruselig...
Tag 3 (der 30.12.) - offiziell unser Einjähriges Jubiläum :) Der Tag begann mit der Besichtigung der St. Pauls Cathedral, zumindest von außen, verlief weiter über die Millenium Bridge, vorbei an der Tate Modern und dem Globe Theatre zum London Dungeon. Dort stellten wir uns in die unglaublich lange Schlange, doch nach etwa 1,5h Wartezeit wurden wir belohnt. Wir erwarben gleich ein Kombiticket für Madame Tussauds, das Wachsfigurenkabinett, sodass wir uns ein zweites Mal Anstehen sparen könnten. Der Dungeon war sehr vielfältig und brachte uns die Geschichte Londons näher, legte jedoch das Hauptaugenmerk dann doch auf sämtliche Gräueltaten und schreckliche Ereignesse der Zeit, also seine Brände, Folterungsarten, Mörder und Krankheiten. Die Führung endete rasant mit einem kleinen drop-down Turm. Besonders beeindruckend war auch das Spiegelkabinett in welchem wir tatsächlich ab und zu gegen Scheiben liefen, sehr zur Belustigung der anderen Touristen und nicht zu vergleichen mit den Kabinetten auf den Weihnachtsmärkten.
Dann setzten wir unseren Weg zur Tower Bridge und zum Tower of London fort bevor wir wieder ins Hostel zurückkehrten um einen kurzen Mittagsschlaf zu halten und uns fürs Theater fertig zu machen. Die Vorstellung begann halb 8 im Majesty's Theater und ich fand sie einfach genial! Ich hab den Film auch schon mehrere Male gesehen und es war alles genauso wie ich es mir erhofft hatte! Tolle Stimmen, tolle Tänzer, tolle Schauspieler - einfach super. Matze war leider nicht ganz so begeistert. Danach betrachteten wir noch den Picadilly Circus bei Nacht, durchaus ein eindrucksvolles Bild. Natürlich nicht mit dem Times Square in New York vergleichbar, aber doch beeindruckend.
Am 4. Tag (dem 31.12.) und damit dem letzten des Jahres, besichtigten wir Madame Tussauds wo wir glüklicherweise nur wenige Minuten anstehen mussten, da wir ja schon Tickets besaßen. Zu Beginn war es unheimlich voll und ein riesiges Gedränge und doch kleiner als wir es uns vorgestellt hatten. Allerdings waren die Themengebiete sehr vielfältig. Unter anderem gab es auch eine Art Gruselabteilung, wo man in kleineren Gruppen durch ein finsteres Kellergewölbe mit vielen Schatten und Erschreckern geschickt wurde. Unglücklicherweise waren wir ganz vorne in unserer Gruppe. Ich muss ja zugeben, dass ich ein klitzekleines Bisschen schreckhaft bin, und grade solche dunklen Räumen, wo Leute hinter alle Ecken und aus allen Fenstern hervorspringen, sind nicht grade meine Lieblingsumgebungen. Mein Herz hat so gepocht! Selbst Matze hat sich einmal erschrocken :) Zum Schluss gab mir einer der gruseligen Mitarbeiter dann aber den Rest. Es war einer von denen, die ganz normal herumlaufen und die man schon von Weitem sieht und man sich eigentlich schon innerliche auf eine Erschreckattacke vorbereiten kann, doch plötzchen drehte er sich zu mir um und kam immer näher und ich wurde immer panischer und lief rückwärts bis ich an einen schwarzen Vorhang stieß. Dann tat ich das einzig mögliche: frei nach dem Motto Was ich nicht sehe, existiert auch nicht, zog ich einfach den Vorhang vor das gruselige Gesicht und atmete auf. Ich hatte natürlich nicht damit gerechnet, dass man einen Vorhang auch wieder aufschieben konnte und mich das Gesicht plötzchen wenige Zentimeter vor dem meinen wieder angrinste. Zum Glück konnte ich entkommen, aber noch lange später war ich in einer Art Schockzustand. Das war eindeutig sehr intensiv gewesen - aber hat natürlich auch Spaß gemacht!
Nach diesen wirklich spannenden Erfahrungen und vielen Bildern mit sämtlichen berühmten Persönlichkeiten setzen wir unseren Weg mit einem kurzen Zwischenstopp in Kings Cross (um Harry Potter Fotos zu machen) zum Covent Garden fort. Das ist DER Ort für Schausteller aller Art und gleich zu Beginn wurden wir in den Bann eines Magiers gezogen, der nicht nur witzig war, sondern auch wirklich beeindruckende Tricks machte. Ich kaufte mir endlich mein lang ersehntes T-Shirt aus dem David und Goliath shop und wir liefen ein bisschen umher und speisten dann noch fein in einem Italienischen Restaurant, sehr zu empfehlen! Schließlich flanierten wir auch noch die hell erleuchtete Oxford Street hinunter um dann wieder ins Hostel zu fahren.
Gegen 22Uhr fuhren wir dann wieder los um unserem fehllosen und raffinierten Plan zu folgen nach Greenwich zu fahren, einen Hügel zu erklimmen und von dort aus auf London hinabzublicken und so in das neue Jahr zu starten. Als wir dann eine Stunde später vor verschlossenen Parktoren standen schätzten wir unseren Plan noch einmal neu ein und befandem, dass wir möglicherweise auch einkalkuliert hätten können, dass öffentliche Parks in der Regel 18:00Uhr schließen. Um in die Stadt zu fahren war nicht mehr genügend Zeit und somit liefen wir hinunter zur Themse, fanden einen schönen Platz auf einem kleinen Steg und waren nun doch noch zufrieden. Wir konnten über das Wasser schauen und hatten einen tollen Blick auf die Stadt. Wir waren nicht die einzigen und so gab es sogar einen Countdown-Chor, wir stießen mit Cider an (Sekt war uns dann irgendwie zu teuer gewesen) und wir bewunderten das Londoner Feuerwerk und die vielen chinesischen Leuchtlaternen die in den Himmel aufstiegen. Wirklich schön.
Letzter Tag (1.1.11) mit tollem Datum :)
Heute haben wir erstmal unsere Abfahrtsstationen für den kommenden Morgen besichtigt. Wir waren in der Baker Street, von wo aus Matze's EasyBus zum Flughafen fahren sollte und wir waren auch in der St. Pancras Station, wo mein Megabus nach Hull fahren sollte. Wie sich dann am Schalter herausstellte, ist mein Megabus ein Zug! Ich war völlig aus dem Häuschen! Das ist natürlich viel besser als erwartet. Denn von London nach Hull fährt man ja schon ein Stückchen und ich hatte mich schon gewundert wie ein einziger Bus diese Strecke in 4,5 Stunden zurücklegen soll. Jetzt ist das natürlich klar.
Wir versuchten dann das British Museum zu besichtigen, jedoch war das leider geschlossen und so fuhren wir zum Picadilly Circus um der New Year's Day Parade beizuwohnen. Es war einfach unheimlich voll und wir sind nicht lange geblieben, weil wir eh nichts gesehen haben. Aber als wir dort waren tanzten grade Cheerleader und Trommler trommelten und Musik spielte. Diese Parade scheint also ein recht großes Event zu sein, grade da dieses Jahr auch noch der 25. Geburtstag der Parade war. 10 000 Artisten aus 20 Ländern sollten auftreten und eine halbe Million Zuschauer wurden erwartet. Da haben wir vielleicht doch was verpasst...
Stattdessen sind wir dann nämlich spazieren gegangen, zum Buckingham Palace, durch einige Parks, zum Hardrock Café und schließlich zum Harrods. Wir kamen uns darin ein bisschen verloren und fehl am Platze vor, das preisliche Niveau war doch recht hoch. Also (KaDeWe)³. Dann sind wir nochmal zum Covent Garden gefahren um Souvenirs zu kaufen, doch das Wetter wurde leider schlecht und es begann das erste Mal so richtig zu regnen, sodass wir beschlossen hiemzukehren.
Abends waren wir dann noch im Kino und guckten uns für unverschämte 8Pfund pro person Guliver's Travels an. So dolle war der aber leider nicht. Hatte durchaus lustige Episoden, aber alles in allem kein Film den man im Kino gucken muss. Den Abend haben wir dann im Belushi's mit einem letzten Snakebite ausklingen lassen und haben unseren Londonaufenthalt so schön abgerundet.
Der Abschied erfolgte dann um 2Uhr nachts, als Matze los zum Flughafen fuhr. Es gab keine Komplikationen und er kam planmäßig am Morgen in Schönefeld an.
Ich verließ das Hostel erst halb 9 morgens und freute mich schon auf meinen Megabus-Zug. Es stellte sich heraus, dass nur dreiviertel der Strecke mit dem Zug zurückgelegt wurden und dann doch noch der richtige Megabus wartete, aber das war dann nicht mehr schlimm. 2 Stunden Zugfahrt und etwa 2,5 Stunden Busfahrt brachten mich also heil nach Hull wo ich ganz allein im großen Haus war. Es fühlt sich schon richtig wie ein kleines Zuhause an und irgendwie bin ich auch froh wieder hier zu sein. Jetzt kann ich wieder ein bisschen Zeit für mich allein genießen, die ich in den letzten Wochen nicht hatte und darf mit der Arbeit an meinen Essays beginnen - Jippie!
Schön, dass am Ende alles gut verlief. Und toll, dass auch ihr sone schwarze Telefonzelle entdeckt habt...
AntwortenLöschenlg und genieß die restliche Zeit
Kennst du etwa auch die geheimsnisvollen schwarzen telefonzellen? Weißt du, was es damit auf sich hat?
AntwortenLöschenIch kenn die auch und habe auch Photos. Und genau wie ihr habe ich mich im September gewundert - ich habe keine Ahnung, wieso da einige schwarz sind....
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