Nun ja, so viel gibts diesmal gar nich zu berichten, auch wenn schon etwas mehr als eine Woche vergangen ist.
Die letzte Woche war eigentlich vom Husten geprägt. Ich hab mich irgendwo bei einem der vielen kranken Menschen hier angesteckt, doch der fortwährende Husten will immer noch nicht schwinden und wird im Gegenteil immer schlimmer... aber so ganz dem sozialen Leben entziehen will man sich ja auch nicht, eine Zwickmühle also. Die hiesigen Medikamente sind auch so ziemlich nutzlos, da sehr arm dosiert. Also gesund werden kann man damit jedenfalls nicht. Und zum Arzt rennen will ich auch nicht. Also, abwarten und Tee trinken :)
Ehrlich gesagt, weiß ich gar nich mehr so richtig, was ich letzte Woche so gemacht hab. Mein Tagebuch hab ich ein wenig vernachlässigt... Aber spannend kanns ja demnach nicht gewesen sein.
Am Donnerstag war ich mit den andern im Pub, im Larkins. Sehr gemütlich. Es gibt 25 verschiedene Biersorten dort aus den USA, Australien, Belgien und Deutschland, glaub ich. Wenn man jedes Bier einmal getrnken hat (es gibt sone Stempelkarten) dann bekommt man nen T-Shirt und ein kostenloses Essen. Das Ziel der Jungs war also von Anfang an klar gewesen.
Ich hatte ja auch schon was von ner Sperrstunde gehört, aber da ich bisher noch nie in nem "richtig authentischem" Pub war, hab ich das so ziemlich ignoriert. Umson erstaunter war ich dann, als der Barkepper um dreiviertel 11 zu uns kam und nach unseren letzten Bestellungen fragte. Der Pub war eh schon leer, wir waren die letzten Gäste und Punkt 11 durfte dann kein Alkohol mehr konsumiert werden, die Tische wurden abgeräumt und die Bar machte zu. Schon etwas merkwürdig. Und ungewohnt. Aber so sind se halt, die Engländer.
Die weiteren Tage warn eigentlich unspannend. Nen bisschen Uni, nen bisschen Training. Aber ich muss SCHON WIEDER ein Gedicht schreiben, diesmal ein ironisch-satirisches...
In Crime Fiction wurden letztes Mal Aufgaben verteilt, jeder musste eine spezifische Frage beantworten. Ich hatte zum Glück die letzte Frage und kam also mit der Hoffnung in den Unterricht, dass meine Frage gar nicht mehr drankäme. Welche Frage war aber natürlich die erste?? Ja... Genau. Und ich war natürlich die einzige in meiner "Gruppe", die sich überhaupt damit auseinandergesetzt hatte. Haben wir eben ein schönes Dialog-Gespräch geführt, ich und die Dozentin. War ja auch mal ganz nett. Dann wurden meine Deutschkenntnisse noch gefordert, als ich doch bitte übersetzen sollte, was denn das Da-Fort-Game sein sollte. Weiß man natürlich sofort als Deutscher. Ist nämlich von Herrn Freud und bezeichnet das Verhalten kleiner Kinder, die alles was man ihnen gibt wegwerfen und sich freuen, wenn Mama und Papa es zum 285754. Mal wiederbringen. Wieder was gelernt.
Die Abende vergingen recht ruhig. Keine Clubs oder Feiern oder Ähnliches. Das war uns allen sehr recht, da viele mittlerweile mit Krankheiten und Müdigkeit und einer gewissen Lethargie kämpfen. Am Freitag sind die meisten dann nach Edinburgh gefahren mit der ISA, aber ich hatte kein Ticket mehr bekommen und da ich ja sowieso schonmal dort war, wollte ich den andern die Möglichkeit geben die Stadt zu erkunden. Sehr edel, ich weiß.
Das hieß, dass wir nur noch ein kleiner Haufen Zurückgelassener waren, etwa 10 Leute vielleicht, und ein ruhiges Wochenende verbracht haben. War natürlich anders geplant, wie immer. Diese Planerei ist ja manchmal witzig. Am Freitag Vormittag kam die erste Nachricht:
Hey, lasst uns in nen Pub gehen! Oder auf ne Hausparty! Yeah!
Alle warn hellauf begeistert - Ja! Unbedingt! Definitiv! Super Idee!
Und wie verlief der Abend? Wir saßen zu 6. zusammen und haben Karten gespielt :) War ein sehr schöner Abend mit kulturellem Kartenspiel-Austausch aus Deutschland, Frankreich und den USA. Und der nächsten Big-Bang-Theory-Folge :) Und meiner ersten Folge The Mentalist. Und vermutlich auch meiner letzten...
Den Tag darauf geschah Ähnliches.
Heute machen wir aber unbedingt was! Wir gehn ins Pozition (nen Club in der Innenstadt) und vorher noch in nen Pub und wir werden super-duper viel Spaß haben!
Hatten sogar schon alle zugesagt, außer mir. Als ich dann allein zuhause saß und langsam die Zeit näher rückte zu welcher alle anderen schon längst losgefahren sein wollten, warn plötzlich alle on. Nanu, denk ich, was ist denn los?
Tja, wie so oft hatte einer keine Lust mehr und hat damit alle andern angesteckt und nun war jeder zuhause :D Jaja. Wir sind dann abends noch spazieren gegangen um überhaupt mal aus dem Haus zu kommen, haben uns verirrt, aber wenigstens den klaren Nachthimmel genossen. Und ich hab viel für die Uni geschafft :) Also eigentlich nur Vorteile die diese Woche gebracht hat!
Gestern wollten wir eigentlich East is East gucken, einen tollen Film, den ich für einen meiner Kurse hier sehen muss. Doch leider funktionierte die DVD aus der Bibiothek nicht und so endete der Abend mit meinen ersten 2 Folgen Dexter. Sehr gut, wie ich finde. Eine neue Serie :)
Aber, was noch viel wichtiger ist: Mein erstes Fußballspiel!
Am Sonntag wars endlich soweit - ich hatte mein erstes offizielles Spiel. Ein Heimspiel gegen Hessle Town. Wie üblich für "freshers" rechnete ich damit, nur die letzten 10-20 Minuten zu spielen, denn eigentlich sollen wir ja erstmal alles beobachten und uns so langsam reinfinden. Diesmal war ich auch nicht die einzige nicht-Britin, denn Anna aus Holland war auch dabei.
Doch es kam alles anders. Wenige Minuten vor Spielbeginn verletzte sich eins der Mädels und es musste dringend Ersatz gefunden werden - wer wäre da nicht besser geeignet als ich? Es gab so einiges an Chaos, der Schiedsrichter wurde schon langsam ungeduldig, als mir schnell erklärt wurde wo ich nun welche Position wie zu spielen habe, worauf ich achten muss und so weiter und so fort. Ich war ein kleines bisschen überfordert, hatte natürlich in der Schnelle kein Wort verstanden und fühlte mich verloren auf dem Platz.
Aber alles ging gut. Sobald das Spiel anfing hab ich mich recht fix reingefunden, wusste zwar immer noch nicht auf welcher Position ich nun eigentlich spielen sollte, aber das war dann auch egal. Die andern Mädels haben mir immer mal zugerufen, was ich gut und nicht so gut mache, insofern funktionierte das ganz gut. Ich hatte nur nicht damit gerechnet tatsächlich volle 45 Minuten zu spielen. So lange hab ich noch nie gespielt! Traurig, aber wahr.
Ich war also komplett am Ende :D Die Halbzeitpause (gefühlte 27 Sekunden lang) brachte da auch keine Besserung.
In der ersten Halbzeit wurde ich schon mit der "roughness" des britischen Fußballs konfrontiert, als ich Metall-Stollen in meinen Fuß gerammt bekam und den Ball volle Kanne ins Gesicht. Doch nach etwa 20 Minuten der 2. Halbzeit wurde ich unsanft über den Fuß der Gegnerin gestoßen und landete auf dem Rücken, was zu erheblichen Atemproblemen und meiner Auswechslung führte. War ich auch gar nicht so böse drüber.
Letzten Endes haben wir 0:2 verloren, aber halb so schlimm - es war ne tolle Erfahrung! Ich wurde viel gelobt und ich freu mich aufs nächste Spiel (am Mittwoch übrigens, auswärts diesmal). Nach dem Spiel haben wir dann in der Sanctuary Bar gesessen und den besten und schlechtesten Spieler unseres Teams gewählt und anschließend noch kostenloses Essen (Pommes und Schrumpelwurst) bekommen. Sehr cool.
Ja, das war mein Highlight der Woche.
Achja, falls ihr euch wundert wo die Frösche der Woche bleiben... es tut mir sehr leid. Aber unglücklicherweise wurden alle Frösche aus der Innenstadt verbannt und ich hatte keine Gelegenheit Fotos zu machen. Die Frosch-Ära ist also offiziell beendet :'(
Aber vielleicht sollte ich eine neue Rubrik einführen.
Das Wort der Woche
Ich hab ein neues Wort gelernt. Es heißt "verisimilitude". Schön, oder? Über solche Sachen stolpert man schon mal in alltäglichen Hausaufgabentexten...
Und noch eine kleine Geschichte zum Ende. Die trägt denn Titel:
Als mein Lichtschalter verschwand
Eine sehr tragische Episode meines hiesigen Lebens. Es war dunkel, es war Nacht. Ich kam erschöpft, ob der Ereignisse des Tages, nach Hause. Mit Mühe fand ich das Schlüsselloch meiner Tür im Halbdunkel des ausgestorbenen Flures. Doch was musste ich feststellen, als ich es endlich fertiggebracht hatte die Tür zu öffnen? Mein Lichtschalter war verschwunden!
Wie kann so etwas passieren? werdet ihr euch fragen. Ein Lichtschalter kann doch nicht so leicht verschwinden? Er ist doch schließlich fest in der Wand montiert? Sind etwa Einbrecher gekommen um meinen Lichtschalter zu stehlen?
Was für eine absurde Idee. Natürlich stiehlt niemand einen Lichtschalter! Was soll man denn damit? Das ist doch Unsinn.
Da stand ich aber nun, im stockfinsteren Raum, denn die Gardinen hatte ich vorher schon zugezogen. Nur die kleine Lampe meines Feuermelders an der Decke bot ein leichtes grünliches Schimmern. Ich tastete mich an den Wänden entlang, doch nichts. Die Tür fiel klackend ins Schloss und plötzlich ein Geräusch! Ein monotones Klicken! Als ob etwas in Schwingung geraten war und nun an die Tür pochte! Klick.... Klick.... Klick....
Erleichterung durchfloss meine Adern! Ich konnte ihn nun zumindest hören, meinen Lichtschalter. Nach einigen wilden Griffen in die Luft erfasste ich die pendelnde Schnur, zog daran und genoß das helle Glühen der Lampe über mir. Mein guter alter Lichtschalter war wieder da.
Es stellte sich heraus, dass er sich nur in meiner Jacke, die an der Tür hing, verfangen hatte. Sowas dummes. Da sehnt man sich doch wirklich nach Deutschen Lichtschaltern zurück. Und nicht nach Pendelschnüren, die von der Decke hängen.
Obwohl die natürlich auch ihre Vorteile haben. An einen festen Schalter würde ich vom Bett aus kaum rankommen, aber ich muss die Schnur nur mit meinem Kissen anstupsen, dann kommt mein Lichtschalter zu mir :) Schön oder?
Nu gut, das wars dann erstmal. Ich muss gleich wieder los zum Training!
Ganz liebe Grüße aus dem sonnigen, blauhimmligen Hull :)
Wie kann so etwas passieren? werdet ihr euch fragen. Ein Lichtschalter kann doch nicht so leicht verschwinden? Er ist doch schließlich fest in der Wand montiert? Sind etwa Einbrecher gekommen um meinen Lichtschalter zu stehlen?
Was für eine absurde Idee. Natürlich stiehlt niemand einen Lichtschalter! Was soll man denn damit? Das ist doch Unsinn.
Da stand ich aber nun, im stockfinsteren Raum, denn die Gardinen hatte ich vorher schon zugezogen. Nur die kleine Lampe meines Feuermelders an der Decke bot ein leichtes grünliches Schimmern. Ich tastete mich an den Wänden entlang, doch nichts. Die Tür fiel klackend ins Schloss und plötzlich ein Geräusch! Ein monotones Klicken! Als ob etwas in Schwingung geraten war und nun an die Tür pochte! Klick.... Klick.... Klick....
Erleichterung durchfloss meine Adern! Ich konnte ihn nun zumindest hören, meinen Lichtschalter. Nach einigen wilden Griffen in die Luft erfasste ich die pendelnde Schnur, zog daran und genoß das helle Glühen der Lampe über mir. Mein guter alter Lichtschalter war wieder da.
Es stellte sich heraus, dass er sich nur in meiner Jacke, die an der Tür hing, verfangen hatte. Sowas dummes. Da sehnt man sich doch wirklich nach Deutschen Lichtschaltern zurück. Und nicht nach Pendelschnüren, die von der Decke hängen.
Obwohl die natürlich auch ihre Vorteile haben. An einen festen Schalter würde ich vom Bett aus kaum rankommen, aber ich muss die Schnur nur mit meinem Kissen anstupsen, dann kommt mein Lichtschalter zu mir :) Schön oder?
Nu gut, das wars dann erstmal. Ich muss gleich wieder los zum Training!
Ganz liebe Grüße aus dem sonnigen, blauhimmligen Hull :)





