Es war Sonntag. Die Sonne schien, der blaue Himmel strahlte mich an und ich freute mich wie ein Schneekönig auf mein bevorstehendes Fußballspiel! Ich war zur Abwechslung mal fit, war den Abend vorher brav zuhause geblieben und sah dem Tag mit Freuden entgegen! Ich packte meinen Rucksack, kochte mir sogar Mittag zum Mitnehmen um die lange Fahrt zu überstehen, bereitete Tee für den Tag vor und kurz, ganz kurz bevor ich mich auf den Weg machen wollte empfing ich eine SMS. 'Game is cancelled due to a waterlogged pitch' - 'Das Spiel wurde wegen eines überfluteten Spielfeldes abgesagt' NA TOLL!
Meine Laune erreichte recht drastisch den Tiefpunkt den Tages und vor mich hingrummelnd packte ich meine Sachen wieder aus... Ich beschloss, damit der Tag nicht ganz verloren wäre, mein letztes Essay zu beenden und abzugeben - gesagt getan. Einige Stunden später hatte ich mein allerletztes Essay eingereicht und meine Laune hatte sich deutlich gebessert! FERTIG! jippie! Nichts mehr zu tun!
Um mich bei guter Laune zu halten hatte mich Laura zum Pfannkuchen-Mittag eingeladen (sehr lecker und sehr nett von ihr) und soooo schlecht war der Tag dann gar nicht ;)
Er wurde sogar noch immer besser je näher der Abend rückte. Ich war nämlich zu halb 8 von den Fußballmädels zu einem Social eingeladen worden!
[definition social: jeden Mittwoch halten die Sportteams ein Social ab, eine Zusammenkunft möglichst aller Teammitglieder, normalerweise mit einem bestimmten Thema zu dem sich jeder entsprechend kleiden muss. Diese Zusammenkünfte finden meist in einer Bar oder Ähnlichem statt und beginnen und enden mit vielen lustigen Trinkspielen, haben aber auch sehr strenge Regeln. Wer sich nicht daran hält, der trinkt!]
Nun ja, Thema des Abends war: unusual. Also als etwas Ungewöhnliches kommen. Ich ging als Cowgirl :) Wir hatten sehr viel Spaß, ich habe viele neue Lieder und Spiele kennengelernt und als dann die Zeit des Abschieds reif wurde sprangen alle auf, umarmten mich zusammen und sangen hüpfend: We love you Susi, we do! We love you Susi, we do!
Eine tolle Geste, wie ich fand.
Im Anschluss ging ich dann zur eigentlichen pre-gaming Party des Abends bei meinen 'anderen' Freunden. Als ich ankam war ich jedoch die einzige die schon was getrunken hatte und konnte die Stimmung so ungemein aufheitern ;) Danach gingen wir alle zusammen ins Asylum (ja, schon wieder) zum allerletzten Tower (so heißt die Party am Mittwoch dort immer).
Wir waren grade mitten im Tanz, als eine Sirene ohrenbetäubenden Krach verursachte 'Emergency Alarm - please leave the building - Emergency Alarm'
So richtig hat niemand reagiert, aber wir fanden uns dennoch frierend draußen wieder, ohne Jacken natürlich, und rannten durch Schlamm und Matsch und um die Bäume um uns warmzuhalten. Außerdem wars lustig. Und ja, ich muss zugeben, ich war eigentlich die Einzige die das gemacht hat. Aber ab und zu ist auch mal jemand mitgerannt :)
Nach etwa 15 Minuten ging die Party dann weiter, aber so richtig Lust hatte ich dann auch nicht mehr und ging um 2 mit Louise nach Hause.
So ganz müde waren wir dann aber doch noch nicht und beschlossen kurzerhand noch ein paar Serien zu gucken. Nicolas, Yannick und Kajetan kamen auch noch dazu (die waren zuhause geblieben um zu lernen) und so war die kleine Familie wieder vereint.
So schlecht der Tag auch begann, so gut endete er dann :)
Am nächsten Morgen gings mir zugegebenermaßen nicht ganz so gut. Dennoch raffte ich mich aus dem Bett, bekämpfte mein Kopfweh mit einer Aspirin und versuchte etwas Sinnvolles mit dem Tag anzufangen. Ich hatte keinerlei Pläne, doch als ich 1:30 auf die Uhr sah, da fiels mir wie Schuppen von den Augen - ich musste ja in die Schule! Und heute war mein letzter Tag! Und ich sollte eine Zusammenfassung des bisher gelernten Stoffes geben! Und ich hatte nichts vorbereitet! Mist mist mist... das war natürlich peinlich. Wie ein Flitzebogen raste ich zur Schule, versuchte mir eine möglichst originelle Ausrede einfallen zu lassen und mich zu erinnern, was wir in letzter Zeit so durchgenommen hatten.
Aber zm Glück war alle Panik umsonst, ich war nur 15 Minuten zu spät, was laut des Lehrers vollkommen in Ordnung war, und die Zusammenfassung entwickelte sich auch besser als erwartet mit Hilfe der Schüler (es waren diesmal nur 2 da). Also doch noch ein schöner letzter Schultag an dem sich Mr Jones bei mir bedankte und mich verabschiedete.
Training hatte ich ja dann auch noch und nachdem ich völlig fertig zuhause angekommen war erinnerte ich mich, dass wir ja heute Abend Indisch essen gehen wollten! Ach herrjeh. Also schnell unter die Dusche und ab ging die Post.
Laura, Rani, Giulia, Yannick und ich machten uns also auf den Weg zum Restaurant. Wir stiegen in den Bus, kauften unsere Tickets und nach etwa 2 Stationen fiel uns auf, dass der Bus gar nicht dort langfuhr, wo wir lang wollten -.- schön. Also machten wir gleich noch eine kleine Stadttour, fuhren bis ins Zentrum um dann wieder zurück zu fahren. Und das langersehnte indische Restaurant stellte sich dann als Marokkaner heraus. Essen war ok (also meins war sehr gut, aber es waren nicht alle zufrieden), aber ich war tierisch müde. Diese Müdigkeit verschwand dann allerdings auf mysteriöse Weise und zuhause angekommen entschieden wir uns mit Nicolas, dessen Schwester und Kajetan, aber dafür ohne Laura, noch Inception zu schaun. Wieso auch immer fingen wir danach aber noch an Den König der Löwen zu gucken und rundeten den Abend schließlich noch mit einer Folge Friends ab.
Ein sehr langer Tag endete.
Am 21. Januar buk ich die letzten Plätzchen dieses Winters, packte das erste Mal auf Probe und hörte einem Vorspiel einer Holländischen Kommillitonin auf der Blöckflöte zu. Hat sie gut gemacht. Sie hatte damals auch schon auf dem Weihnachtskonzert gespielt. Abends fand sich wieder unsere kleine Familie zusammen, (alias Nicolas, Lousie, Kajetan, Yannick und Laura) und wir wurden noch zusätzlich von Giulia, der Italienerin begleitet. Wir machten uns auf den Weg in einen kleinen, unscheinbaren Soulclub dessen Werbeflyer wir ein paar Tage zuvor erhalten hatten. Wir sich zeigte passten wir nicht ganz ins Klientel des Clubs, die waren doch alle schon so mitte 30, aber der Abend war trotzdem schön. Mal ein bisschen andere Musik. Außerdem bekam ich einen Drink spendiert nachdem mir jemand sein Bier über Arm und Bein gekippt hatte ^^ Das war auch das Mindeste wie ich fand!
Unser kleines Ritual setzte sich dann fort nachdem der Club wie üblich gegen galb 2 schloss und wir sahen noch einige Folgen Friends zusammen.
Das Wochenende fasse ich noch schnell zusammen - es war ein tolles letztes Wochenende! Am Samstag waren wir das aller-aller-allerletzte Mal im Asylum zur 'Bassick'-Party die einfach super genial war! Es tauchten plötzlich sämtliche Austauschstudenten noch einmal auf, weil es für viele die letzte Chance war nocheinmal gemeinsam wegzugehen und der Club war voll! Zwischnzeitlich kannte ich jeden einzelnen im Umkreis von 5 Metern und wir hatten super viel Spaß! Noch ein lezten Mal mit allen Nationen getanzt und Spaß gehabt - danach noch eine kurze Afterparty und dann nach Hause.
Denn für Sonntag war mein letztes Fußballspiel geplant. Diesmal fand es leider auch wirklich statt... obwohl ich schon früher gegangen war am vorherigen Abend war ich nicht so ganz fit, als wir gegen die Hall Road Rangers antraten. Wir hatten diesmal die Ehre und durften auf dem richtigen Stadion-Feld mit Zuschauerrängen spielen. Wir spielten gar nicht soooo schlecht - führten sogar. Kurz vor Schluss wurde ich ausgewechselt und in der letzten Minute fiel zu unserer Enttäuschung noch das 3:2 für die Gegner... Schade. Danach setzten wir uns noch in einem Pub zusammen und ich bekam ein T-Shirt geschenkt auf dem jedes Mädchen unterschrieb - total tolle Idee! Ich freute mich riesig!
Am Montag fand dann auch mein letztes Training statt, zu welchem wir alle in Schwarz-Rot-Gold erscheinen sollten (was so gut wie alle auch taten!) und ich fühlte mich echt toll. Ich hätte nicht erwartet, dass das Team so viel für mich macht und dass ihnen so viel an mir lag... Ich war wirklich gerührt.
Abends fand dann meine Good-bye-Party mit den ganzen Leutenaus Hull statt. Wir trafen uns bei mir und es war wirklich schön. Viele konnten nicht lange bleiben, da sie am nächsten Morgen eine Klausur schrieben, aber immerhin kamen sie kurz vorbei! Später wollten dann noch alle ins Piper, einen Club in der Nähe, ausbrechen. Doch ich wollte lieber zuhause bleiben. Tja, daraus wurde dann nichts und schwupps - fanden wir uns alle im Piper wieder. Dort trafen wir noch viele andere Studenten und es wurde eine super Party! Um 2 kehrten wir dann wieder in unser Haus zurück und weiter ging die Party bis halb 5. Einfach grandios! Ich muss zugeben, dass ich auf relativ viele Drinks eingladen wurde, sodass der Abend auch von allein immer lustiger wurde - aber es war schön noch einmal alle zu sehen.
Der Morgen des Abschiedes war sehr traurig. Laura begleitete mich noch bei der Schlüsselrückgabe und Kajetan kam auch noch vorbei und so saßen wir kurz vor meiner Abreise noch ein letztes Mal zusammen in der Küche. Alle ziemlich verkatert und müde, aber dennoch zusammen. Kajetan, Laura, Nicolas and Louise. Dann kam mein Taxi und mein Aufenthalt in Hull war entgültig beendet...
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