Dieses Blog durchsuchen

Montag, 15. November 2010

Manchester-Odysee

Manchester. Das wird das Thema dieses Blogs werden. Ein einziger Beitrag für eine einzige Stadt. Man mag gar nicht vermuten, welch Abenteuer einem entgehen, wenn man nicht einmal alle Strapazen auf sich nimmt, um diese außergewöhnliche Stadt zu besuchen.
Matze und ich haben dieses Schicksal am Sonntag, dem 14.11.2010 auf uns genommen und hier ist der Reisebericht.

7:30 Uhr
Wir stehen langsam auf, frühstücken gemütlich und packen unsere Sachen, denn um 9 fährt unser Zug vom Hauptbahnhof (wenn man das so nennen will) in Hull ab und wir müssen da ja noch irgendwie hinfahren. Mit dem Bus nämlich. Dauert eigentlich nur so 10 bis 15 Minuten.

8:22 Uhr
Wir schlendern zur Bushaltestelle. Wir haben ja noch Zeit. Außerdem kommen die Busse hier ja sehr regelmäßig. Das klappt schon alles.

8:25 Uhr
SCHOCK! Es ist Sonntag. Heute fahren die Busse eben NICHT so regelmäßig. Den um 8.21Uhr haben wir grade verpasst und der nächste kommt erst 8.51Uhr - definitiv zu spät. Also was nun? Gedanken rasen, nach außen hin ist alles ruhig. Tja... mh. mal überlegen. Wir entscheiden uns für eine Flucht nach Hause um im Internet nach einer Taxinummer zu googlen. Gesagt getan. Natürlich braucht mein Laptop gefühlte 20 Minuten um zu starten und sich mit dem Internet zu verbinden. Die erste Taxi-Gesellschaft wimmelt mich ab, ab um 9 kann mal hier Taxis buchen. Hier ist nichts mit "wir kommen sofort". Zum Glück bekomme ich dadurch aber eine andere Taxinummern, schildere mein Problem und tatsächlich - schwupps - ein paar Minuten später sitzen wir erleichtert im Taxi. Der Taxifahrer grummel etwas von Unfall auf der Straße... grummel... irgendwas... und mein Blutdruck steigt wieder, aber letzten Endes landen wir glücklich und zufrieden am Bahnhof und haben sogar noch mehr als 10 Minuten Zeit. Erleichterung macht sich breit :)

9:00Uhr
Wir (und unsere bunten Reisegefährten) erobern den Trans Pennine Express nach Leeds, finden gleich unsere reservierten Plätze und sind glücklich. Doch nicht mehr lange. Denn offenbar gibt es ein kleines Problem. In Selby. Ja, der Ort ist jetzt nen bisschen unten durch. Selby hat nämlich Probleme mit seiner Swing-bridge. Und über die fährt normalerweise der Zug. Nun kann man als "Selbianer" ja natürlich nicht ahnen, dass der Zug kommt. Verständlich. Deshalb kann es schonmal passieren, dass so ein Zug eine Viertelstunde vor der Brücke warten muss. Aber das ist ja nicht schlimm, denn keiner der Insassen hat natürlich Anschlusszüge, die er oder sie bekommen muss. Das wäre absurd. Wir sind alle gutmütige, zeithabende, frohsinnige Passagiere, deren lieblingbeschäftigung darin besteht, vor Brücken in Zügen zu warten. Den ganzen Tag, wenns nach uns ginge.

10:25Uhr
Kein Wunder also, dass wir unseren Anschlusszug in Leeds verpasst haben. Der sollte nämlich schon vor 15 Minuten abfahren und war ausnahmsweise mal relativ pünktlich. Nach Konsultation mit dem Bahnhofspersonal haben wir einen Alternativzug gefunden, der uns auch nach Manchester bringen sollte und den wir auch mit unserem Ticket boarden konnten. Ein Glück. Dieser Zug hatte dann zwischen 10 und 15 Minuten Verspätung, aber immerhin waren wir endlich auf dem direkten Weg nach Manchester. Wir sind dann auch gleich bis zur Picadilly Station gefahren, obwohl unsere Tickets nur bis zur Victoria Station galten, aber wir fanden, dass wir das nach dieses Strapazen verdient hatten. Und kontrolliert hat uns ja auch keiner ;)

11:45 Uhr
Endlich in Manchester Picadilly :) Matze hat seine Tasche da abgegeben, damit er die nicht den ganzen Tag durch die Stadt schleppen muss und sehr professinell musste er typische Flughafen-Fragen beantworten und alles wurde durchleuchtet.
Ich habe mich währenddessen erkundingt, wie wir denn zu unserem schönen kleinen Hotel am Abend kommen. Das stellte sich nämlich als weiteres Problem dar. Hieß zwar "Flughafen Hotel", wars aber nicht. Unmöglich zu erreichen, wenn man kein Auto hat, quasi. Die nette Dame empfohl also mit dem Bus bis zum Flughafen zu fahren und dann zu laufen. Auf dem Zettel vom Hotel stand, dass es "nur" 2,1 Meilen wären. Na gut. Wenns eben nicht anders geht.

12:10 Uhr
Wir verlassen endlich den Bahnhof um machen uns erstmal auf den Weg zum Busbahnhof. Der ist auch gar nicht so leicht zu finden.
Wir sind mittlerweile müde, hungrig, erschöpft, sauer auf das Bahnsystem Englands und vor allem ratlos was unsere abendliche Reise zu unserem Hotel angeht.
Am Busbahnhof finden wir heraus, dass wir 7,60Pfund zahlen müssten um zum Flughafen zu kommen, dass der Bus aber nur alle paar Stunden führe (sagt man das so? fahren würde). 19.00Uhr zum Beispiel. So lange wollten wir ja eigentlich nicht warten. Na ja.
Dieses Problem haben wir erstmal vertagt und haben uns dann tatsächlich die Stadt angeschaut und glücklicherweise wurde unser erster negativer Eindruck sehr schnell ersetzt und wesentlich verbessert. Manchester ist wirklich eine schöne Stadt, die so einige Überraschungen birgt. Hier kommen ein paar Eindrücke von unserer Erkundungstour:Zunächst Stärkung bei McDonalds,

Dann ein Telefonat mit ... dem Bürgermeister der Stadt...

dann waren wir noch im Museum of Arts (jaja, kulturell aktiv ohne Ende), wo wir dieses T-shirt gefunden haben: China Town:und schicke Springbrunnen im Stadtzentrum:
Und dann kamen wir zum Aldi, der uns eine ganz neue Welt eröffnete. Er war nämlich einer der vielen Eingänge zum RIESEN-shopping Zentrum. Also wirklich enorm. Wir haben uns mehrmals verlaufen uns ziemlich viel Zeit dort verbracht. Mit dem Alexa ist es gar nicht zu vergleichen, einfach viel, viel größer! Und echt super viele Läden...
Zum Beispiel auch ein Disney-Laden mit sämtlichen Helden.
Schicke alte Gebäude:
die Kathedrale: und schließlich noch der letzte Eindruck der Stadt bei Nacht:

17:00Uhr
Wir machen uns langsam auf den Weg zurück zum Bahnhof, und finden, dass wir genug von der Stadt gesehen haben. Außerdem ist es dunkel und kalt und wir müssen ja noch irgendwie herausfinden, wie wir zu unserer Unterkunft kommen. Am Bahnhof angekommen gucken wir nochmal auf den Zettel vom Hotel. Da steht auch noch eine andere Bahnstation, Heald Green, von der es nur 1,7 Meilen zu Fuß sind. Promt untersuchen wir diesen Fall und finden sogar eine Bahn, die uns dorthin bringen würde. Die Tickets sind auch deutlich billiger als die vom Bus, also entscheiden wir uns spontan für diese Bahn.

17:42 Uhr
Wir sitzen in einer Art S-Bahn und sind gespannt, da entdeckt Matze auf dem Hotelzettel NOCH einen Bahnhof. Gatley, nur 0,7 Meilen entfernt. Und da die Bahn auch dort hielt, sind wir spontan ausgestiegen. So schwer kann das ja alles nicht zu finden sein. Matze will einen Plan suchen, aber ich frag lieber den älteren Mann, der vor uns läuft, nach dem Weg. Der ist total enstezt. Wohin wollen wir? Ins Plym... Hotel? Da sind wir zu früh ausgestiegen. Das ist ganz weit weg, da sollten wir lieber bis Heald Green fahren. Nein, von hier, unmöglich. Die nächste S-Bahn käme in einer Stunde, das wäre besser. Mit Laufen seien wir auch nicht schneller.
Nein, nein, das kann nicht sein, sagen wir. Hier, der Zettel!
Achso.. Plymgate Hotel! Ja, das kenn ich! Da hat mein Bruder aus Australien grade gewohnt! Ja, ja. Schönes Hotel! Aber entsetzlich weit weg. Mit Laufen wird das nichts. Also auch hier in der Umgebung und so. Ne, würd ich euch nicht empfehlen.

So ging das noch ein bisschen weiter. Der Mann hatte eine ziemlich stark ausgeprägte Alkoholfahne, lief nicht mehr ganz grade, aber wies uns dann an ihm zu folgen, er wohne eh in der gleichen Richtung. Nach einer netten Unterhalten über sämtlich Themen, beschloss er dann seine Frau anzurufen und ihr zu sagen, dass sie uns beide zu unserem Hotel fahren solle. Wir warn total baff. Schon allein dieser Gedanke war so freunlich, was besseres hätte uns gar nicht passieren können! Nach 15 Minuten Fußmarsch kamen wir dann an seinem Haus an und seine Frau (die Berlin sehr mag und es für eine großartige Stadt hält) fuhr uns dann (etwa 5-7 Autominuten) zu unserem Hotel. Wir waren sprachlos ob dieser Freundlichkeit. Wir kamen aus dem Bedanken gar nicht mehr heraus und die Frau wollte auch kein Geld oder Ähnliches annehmen. Einfach pure Freundlichkeit. Der Mann sagte auch vorher: wenn man anderen Menschen nicht helfen kann und sie unterstützen kann, was bleibt einem dann im Leben?
Einfach toll. Wir hätten vermutlich einen sehr langen, verwirrenden, ergebnislosen Spaziergang vor uns gehabt, hätten wir Dannie (so hieß er glaube ich) nicht getroffen: Was für ein Glück. Aber irgendwann mussten wir ja auch mal Glück haben!

18:30Uhr
Endlich im Hotelzimmer. Es ist zwar noch relativ früh am Abend, aber dadurch dass es eiskalt und stockfinster ist, fühlt es sich an wie mitten in der Nacht. Wir verbringen also den Rest des Tages in unserem kleinen gemütlich Zimmer (mit eigenem Bad und Fernseher) und lassen Manchester mal Manchester sein.

Am nächsten Morgen werden wir zum Flughafen gefahren vom Hotel aus (8 Pfund!!! Wucher!! Für knappe 10 Minuten Autofahrt!) und Matze fliegt wieder zurück nach Deutschland :( Schade eigentlich. Aber zumindest hatten wir ein paar Abenteuer, von denen wir noch lange zu berichten wissen ;)

Meine Rückfahrt war aber nicht weniger spannend als die Hinfahrt, deshalb möchte ich noch kurz darüber berichten.
Laut Ticket sollte ich 11.05 Uhr bis Manchester Picadilly fahren und von dort aus dann 12.42Uhr mit dem Direktzug nach Hull.
Am Flughafen gab es zunächst keinen einzigen Zug, der um 11.05 Uhr abfahren sollte. Aber da auch andere Züge über Manchester fuhren, nahm ich mir die Freiheit und stieg einfach in irgendeinen Zug ein. Als mein Ticket kontrolliert wurde, ging auch alles klar. In Manchester angekommen werden beim Verlassen der Plattform auch nochmal die Tickets kontrolliert. Meins war eben nur ein Ausdruck aus dem Internet, aber legal. Als der Kontrolleur mein Ticket sah, guckte er mich nur an und fragte: Was soll denn das sein? Was ist denn das hier?
Ich guckte zurück und sagte: Mein Ticket. Steht auch hier: This is your travel ticket.
Er, total entsetzt: Das ist doch kein Ticket? Aus welchem Land soll das denn sein, bitte?
Ich wieder: Aus England. Das ist ein gültiges Zugticket.
Er, total verwirrt, fertig um mir alle möglichen existierenden Gebühren aufzudrücken, nimmt mich mit zu seinem Kollegen mit den Worten: Guck dir das mal an, das ist doch kein Ticket! Aus welchem Land soll das denn sein?
Der lächelt nur: ne ne, das ist schon nen normales Ticket. Hier, du musst nur das Datum kontrollieren und dann ist gut.
Und ich darf gehen. Ich war erstaunt, wie ruhig ich geblieben bin, kein Zeichen von Panik :)
Das änderte sich aber im nächsten Moment als ich an die Anzeigetafel blickte:
Zug 12.42 Uhr nach Hull : CANCELLED!
Toll. Toll, toll, toll, dachte ich. Na super. Und jetzt? Ich muss nämlich unbedingt schnell nach Hause, weil ich bis 16 Uhr mein Essay abgegeben haben muss, sonst bekomm ich gleich minuspunkte.
Bin ich also zum nächstbesten Infoschalter und hab gefragt was ich denn jetzt tun soll und der Mann hat mir zum Glück ganz freundlich erklärt, wie ich jetzt fahren muss. Mir dem Zug um 12.27Uhr nach Leeds und dann dort immer 38Minuten nach der vollen Stunde mit einem Zug nach Hull. Und ja, mein Ticket gilt dann noch.
Es war 12.32Uhr. Ich dachte, er will mich veräppeln. Aber wir sind ja hier in England, da kommen die Züge ja nich immer, wie sie sollen und so hatte auch mein Zug nach Leeds Verspätung, den ich deshalb dann noch bekommen habe. Welch ein Glück.
13.33Uhr kam ich dann in Leeds an und hatte immerhin 5 Minuten um einmal durch den riesigen Bahnhof zum allerletzten Gleis zu eilen, denn der Zug nach Hull fuhr pünktlich ab, und kaum saß ich im Zug, fuhren wir los.

Erleichterung. Endlich ist die Manchester Odysee zuende.
Ich bin dann irgendwann aufgewacht und hab mich gewundert, wieso der Zug plötzlich so leer ist, bis mir aufgefallen ist, dass wir offenbar schon seit einigen Minuten im Bahnhof in Hull stehen (zum Glück der Endbahnhof).

Mein Essay hab ich auch noch pünktlich abgegeben und jetzt bin ich einfach nur erschöpft :)

Fazit 1: Die Züge in England sind noch fürchterlicher als in Deutschland was Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit angeht.

Fazit 2: Man muss mal nach Manchester gefahren sein.

Dienstag, 9. November 2010

Hull invades Liverpool!

Ich werd unregelmäßig, ich merks schon. Tut mir leid. Momentan ist essay zeit...
Also werd ich mal beginnen, wo ich letzten Mal geendet habe:

Dienstag:
Heute haben wir im Unterricht Buddha of Suburbia besprochen - wirklich ein tolles Buch. Ich schreib mein erstes Essay doch hierüber und nicht mehr über East is East.
Abends waren wir zum ersten Mal in Hull im Kino und haben The Social Network geschaut. Ein guter Film, wie ich finde, wenn man vorher weiß, worum es geht. Leider hat's auf dem Rückweg gegossen wie sonstewas und wir warn alle plitschenass, aber wir sind hier eben in England.

Am Mittwoch morgen hab ich gleich den nächsten Film geschaut, nämlich Memento. Ein druchaus verwirrender, trotzdem zum Teil komischer und gut gemachter Film von Christopher Nolan über einen Mann, der keine neuen Erinnerungen mehr produzieren kann. um 9.15Uhr begann die Vorstellung in der Uni für meinen Crime Fiction Kurs. Es waren immerhin 5 Leute gekommen ^^ Na ja, besser als nichts.
14.00 Uhr sind Laura und ich dann ins Language Center zu einem Meeting, denn wir haben uns freiwillig bereit erklärt, den Schülern an der Schule hinter der Uni in Deutsch zu helfen. Nächste Woche solls eigentlich losgehen. Also diese Woche quasi. Wir sind dann zu bestimmten Zeiten einem Lehrer zugeteilt, der uns dann mit Aufgaben versorgen wird. Mal sehen, was wir da machen sollen. Wir sollen auf jeden Fall freudig und enthusiastisch auftreten und den Spaß an unserer Sprache vermitteln :) Das wird lustig. Bisher hab ich aber noch nichts weiter gehört.

Am Donnerstag war ich dann das erste mal bei Bruce, meinen Crossing Cultures Tutor, um ihn wegen meines essays zu fragen, welches ich inzwischen schon fast halbfertig hatte. Tja, begeistert von meinen Ideen war nicht. Irgendwie hatte er bei einer sehr breit gefächerten Fragestellung sehr spezifische Vorstellungen ob der Beantwortung dieser. Super. Also neu anfangen -.- Hab ich jetzt richtig Lust drauf... Aber ich will ja bestehen.
Zur Feier des Tages sind wir abends ins Sanctuary gegangen, zum Karaoke Abend und hatten dort ein bisschen Spaß. Und nein, ich hab diesmal nicht gesungen.

Zu Freitag sollte ich A muder is announced von Agatha Christie lesen, ein sehr cooler Detektivroman :) Hat mir gut gefallen. Leider war der Unterricht etwas zäh, weil die Fragen der Dozentin immer sehr generell ausfielen und wir sie somit nicht wirklich beantworten konnten. "Was ist denn mit den anderen Frauen in dem Buch?" ja... was soll man dazu sagen? Sie wollte hören, dass die alle Single oder Witwe sind. Nächstes Mal weiß ichs.
Aber noch viel wichtiger: am Freitag war GUY FAWKES DAY!
Vor meinem Fenster brannte ein humongous bonfire, also wirklich riesengroß. Die haben das schon während der letzten Wochen jeden Morgen mit piependen Traktoren aufgehäuft, weil hier in der Nähe Häuser abgerissen werden und alles brennbare eben hierhergebracht wurde. Überall war schon Feuerwerk zu hören und auch zu sehen.
Der Plan stand, dass wir alle in die Innenstadt fahren um das große spektakuläre Feuerwerk zu sehen. Wie immer haben sich Gruppen gebildet und na ja.. ich war mal wieder in der Gruppe die zu spät war :D
Ich musste ewig auf Yannick, Callie, Kajetan und Nicolas warten und als wir dann endlich im Stadtzentrum ankamen haben wir immerhin noch die letzten 2 Minuten des Abschlussfeuerwerkes gesehen ... :/ Aber ich hab ja zum Glück schon ein paar Feuerwerke in meinem Leben gesehen, sodass das nicht ganz so schlimm war.
Erstaunlicherweise haben sich dann alle einzelnen Grüppchen getroffen und wir waren eine riesen Truppe. Kann man natürlich immer gut Entscheidungen treffen dann.. aber irgendwie haben wir's geschafft nach Hause zu navigieren und uns sogar für einen Pub zu entscheiden, aber natürlich sind wir dort nie gelandet ;) Sondern haben stattdessen eine kleine Hausparty bei Kajetan zuhause geschmissen, wo zum Schluss auch tatsächlich vollkommen fremde Menschen ankamen und die Küche bevölkerten. Beeindruckend.
Ich bin dann noch zu ner anderen kleinen Haus-Geburtstags-Vor-Party gegangen und war halb 1 zuhause :) Denn ich wollte am nächsten Morgen mit Laura in die Stadt.

Und das haben wir auch gemacht. Wir sind am Samstag um 10Uhr los und haben unsere Kostüme für den Abend vervollständigt und dies und das besorgt. Heute Abend war nämlich die große M-Party. Da Michael Geburtstag hatte, müssen also alle Gäste als eine Gestalt auftreten, die mit M beginnt. Laura und ich haben uns entschieden als M&M's zu gehen. Eine sehr gute Idee. Es war erstaunlich, wie viele Dinge und Personen tatsächlich mit M beginnen! Auf der Party gabs so ziemlich alles vom mechanic, zur maid, m&m's natürlich, Marylin Manson, Miss Monroe, Math nerds, mummys, murderers, milkman, Micky Mouse, magican, mermaid, Miss London, manwhores, mafiosos, and many more... Die Party war einfach awesome! Hat super viel Spaß gemacht, diese Themen-Feiern sind einfach super.

Am Sonntag musste ich dann leider sehr früh aufstehen, was so gar nicht gut war, nach dem Abend zuvor. Aber ich hatte ein Auswärtsspiel. Das heißt, wir haben uns um 10 getroffen und sind dann an die Nordsee nach Humanby gefahren, haben einen wunderschönen, perfekten regenbogen gesehen und dann in Schlamm, Matsch und Modder gegen ein Team komplett in pink gespielt. Grauenvoll. Kein so tolles Spiel. Ich hab nur die erste Halbzeit gespielt, weil ich mich kurz vor der Pause verletzt hab. Ging dann später wieder, aber für den Moment wars nich gut. 1:1 ist es ausgegangen. Und es war eiskalt. aber es wird eben Winter.
Abends haben wir dann beschlossen einen Pizza-und-Film-Abend zu machen. So haben Yannick, Laura, Callie, und ich Harry Potter gesehen, den ersten Teil. Ich bin nach kurzer Zeit eingschlafen und dann nach dem halben Film aufgewacht und nach Hause gegangen. Ein anstrengender Tag.

Diese Woche ist reading week, deshalb hab ich keine Uni :)
Montag war also ziemlich entspannt, obwohl ich da ja immer frei hab. Ich hab nen bisschen an meinem neuen essay gearbeitet und hatte dann Training im eiskalten Eisregen und fast schon Sturm. Das war definitiv ein unangenehmes Training. Hat aber trotzdem irgendwie Spaß gemacht :)
Abends hat Laura dann für ausgewählte Gäste ihre deutsche Kartoffelsuppe gekocht - köstlich! Wir haben noch ein Sonett für ihre Mama geschireben und danach noch mit ein paar anderen Monthy Python and the holy grail geschaut. Hilarious! Ich musste die ganze Zeit lachen. Ich hab den Film schon so oft gesehen, ich finds einfach lustig. ^^

Heute, am Dienstag, möchte ich erstmal sagen: HAPPY BIRTHDAY, PAPI! Alles Gute :)
Außerdem hab ich wieder fein gearbeitet, mir fehlen jetzt nur noch 200 Worte für die Rohfassung meines 2500Wort essays :) Heute findet DAS event des Monats statt: HULL INVADES LIVERPOOL! aus 5 verschiedenen Städten reisen heute abend Busse nach Liverpool um an einer riesengroßen Kneipentour teilzunehmen. Wird sicherlich ziemlich verrückt. um 5 fahren wir hier los, weil Liverpool ja nen bisschen weiter weg ist von hier. Mal sehen, wies wird!

Achja, das Wort des Tages:
sind diesmal mehrere Worte, die ich im Unterricht gelernt habe und die somit auch wirklich von Engländern genutzt werden:

Umwelt, Mischmasch, Bildungsroman, Künstlerroman, Da-Fort-Game, Blitz und Angst.

Find ich gut :)

Naguti, das wars erstmal, bis zum nächsten Mal !!!

Montag, 1. November 2010

Halloween!

Mannoman, wie die Zeit vergeht.. jetzt ist schon die Hälfte um und ich komm mir vor, als wär ich grad erst angekommen, und gleichzeitig schon seit nem halben Jahr hier. Sehr seltsam...

Meine Fähigkeit Events Tagen zuzuordnen hat leider immens abgenommen, um nicht zu sagen sie ist nicht mehr existent. Aber ich werde mein Bestes geben :)

Das letzte Mal hatte ich ja von meinem Fußballspiel am 24.10. berichtet. Daher müsste jetzt chronologisch korrekt der Montag folgen. Ein Hausaufgaben-und-Fußballtraining-Tag. Abends haben wir noch nen bisschen musiziert und haben dann beschlossen, dass wir noch für ein Bier in nen Pub gehen wollen. Doch letzten Endes landeten wir bei Thomas und einer mini-Hausparty und haben da nen bisschen mit denen gequatscht, die dann noch ins Piper wollten. Das Piper ist berühmt und berüchtigt für Montage, doch noch hab ichs nicht geschafft hinzugehen. Ein ander Mal.

Dienstag haben wir East is East behandelt, den ich leider bisher immer noch nicht gucken konnte. Aber meine Erinnerungen haben glücklicherweise gereicht um am Unterrichtsgeschehen teilnehmen zu können. Ich glaub ich werd mein essay doch erstmal nicht dazu schreiben. Am 15.11. muss ichs schon abgeben, das is ja quasi gleich. Ich werde über ein anderes Buch namens Buddha of Suburbia schreiben - ein wirklich lustiges, interessantes, freundliches Buch, welches von kulturellen Differenzen und Pakis in London handelt. Sehr zu empfehlen.

Mittwoch war das nächste Fußballspiel, diesmal auswärts, in York. Wir haben uns um 12Uhr am Sportplatz hier getroffen um mit 3 Autos hoch zu fahren, aber es kam natürlich jemand zu spät, sodass wir recht knapp in York ankamen. So etwa halb zwei nämlich. Und Anstoß war um 2. Außerdem kamen nur 2 der 3 Autos an, sodass wir noch ne Weile auf dem Parkplatz warten mussten bevor wir loskonnten. Resultat war dann, dass wir uns auch auf dem Parkplatz umziehen mussten um noch halbwegs pünktlich zum Spiel zu kommen, etwas außergwöhnlich. Wir habens dann grad noch so geschafft.
Die Sonne hat geschienen, wir hatten sogar mehrere Zuschauer auf unserer Seite (mehr als die Heimmannschaft) und das Spiel schien recht ausgeglichen. Wir sind in Fürhrung gegangen (ich hätte fast das Tor gemacht, aber das andere Mädel war schneller...), dann kam der Ausgleich hinterher. Mitten in der ersten Hälfte rief mir Chloe dann plötzlich zu, dass wir doch mal Positionen tauschen sollen, ich solle jetzt striker, also Stürmer, sein und nicht mehr linkes Mittelfeld. Tja, hat nicht so richtig geklappt, denn ich hab ja kein Ahnung, wie man Stürmer spielt, das hab ich bisher noch nie gemacht. Nach der Halbzeit hab ich dann eine knappe Einweisung bekommen und schwupps... hab ich mein erstes Tor erzielt :) Ich war super-duper glücklich! Leider kam nur wenige Minuten später wieder der Ausgleich -.- Aber, man mags kaum glauben - ich hab noch ein Tor erzielen können! Wir lagen wieder in Fürhung, doch leider ging das Spiel 3:3 aus... Ein Sieg wär echt cool gewesen! Hat auf jeden Fall total Spaß gemacht :) Und alle andern warn sehr stolz auf mich und ich bekam viel Lob, das war schön :)

Der Rückweg war etwas anstrengend. Wir haben auf dem Weg noch in nem Pub angehalten um noch was zu essen und zu trinken. Dann haben wir (wie schon auf dem Hinweg) in ohrenbetäubender Lautstärke so ziemlich alle Partyhits der letzten Wochen gehört. Und ich musste mal wieder feststellen, dass ich kein Englisch verstehe ^^ Zumindest nicht das Hull-Englisch von Leuten, die sich untereinander unterhalten. Außerdem standen wir so halb im Stau und es hat ewig gedauert...

Abends war ich fix und fertig, aber Léa aus Frankreich hatte uns alle zum Essen eingeladen (25 Leute oder so). Es war echt cool, sie hat so kleine Häppchen von allem Möglichem vorbereitet und zum Nachtisch dann auch noch Crèpes mit Nutella :) Im Anschluss haben wir noch Kong Fu Panda gesehen und ich bin tot ins Bett gefallen.

Ich hab bemerkt, dass ich ca. 7485 Blaue Flecken aus den letzten beiden Spielen davongetragen habe und hab mich jetzt erstmal entschieden, die nächsten beiden Spiele nicht zu spielen, um mal ein bisschen Erholung zu bekommen :)

Donnerstag war mal wieder Uni, Creative Writing. Wir fangen jetzt mit Short Stories und novels an und dürfen zum nächsten Mal einen Story-Anfang schreiben. Sowas macht mir Spaß :) Endlich sind die Gedichte vorbei!
Dann wieder Training und abends dann Party!
Laura und ihre housemates haben zum pre-gaming eingeladen. Das Haus war voll, wir haben viele verschiedene Spiele kennengelernt und sind dann zu einer weiteren Hausparty gelaufen, etwa 20 Minuten zu Fuß. Tja, so richtig kannten wir dort niemanden, aber irgendjemand hatte davon gehört und so sind wir hin, ganz einfach. Ich hab mich die meiste Zeit mit einem Londoner unterhalten, der sogar richtig schönes, verständliches Englisch sprach, aber man hat wieder viele neue Menschen getroffen und zum Teil auch einfach nur welche, die man schon öfter gesehen hatte, aber noch nie mit ihnen geredet hat. War ne echt coole Party mit eigenem DJ usw. Gegen halb 3 sind wir dann in einer größeren Gruppe nach Hause gelaufen und ich hab mich dann zuhause noch sehr gut mit meinem Mitbewohner Nicolas unterhalten, bestimmt noch ne Stunde lang. Die kulturellen Schwellen fallen immer mehr, je länger wir alle hier zusammen sind und man versteht sich auch inhaltlich und sprachlich immer besser. Ich bin sehr froh, dass niemand anderes deutsches in meinem Haus wohnt!

Am Freitag hatte ich wieder Crime Fiction und wir haben über Sherlock Holmes geredet. Ich finds voll cool, dass ich hier so viele tolle Bücher lesen muss. Denn ansonsten macht man das ja einfach nicht, aber wenn man gezwungen ist, hat man nicht so wirklich eine Wahl. In diesem Kurs werde ich mein essay über die Leichen in den verschiedenen Detektivromanen schreiben. Die Essay-Titel sind vorgegeben, ich kann mir nicht wirkich selbst einen aussuchen, aber manche sind ganz interessant, wie dieser eben. Es geht aber eher um die Repräsentation der Ofper... Mal sehen, nen bisschen Literatur hab ich mir dazu schon rausgesucht.
Da dann abends plötzlich alle Jungs zu nem Pokerturnier verschwunden waren, haben wir spontan eine Ladies-Night ausgerufen und gekocht und gequatscht und youtube videos angeschaut.
Und danach dann natürlich die neueste Folge Big Bang Theory ;)

Am Samstag war dann die große Halloween Party! Erst hat Laura noch zur Tea Time um 4Uhr eingeladen (sie hat sogar 2 sehr, sehr leckere Kuchen gebacken!) und abends sind wir dann alle kostümiert zu einer kleinen Halloween Party marschiert. Es war zunächst gar nicht so leicht sich für eine Party zu entscheiden, da plötzlich Einladungen von sicherlich 5 verschiedenen Feiern kamen. Wir haben uns geschlossen für Cranbrook 63 entschieden. Ich weiß, das sagt euch nichts, aber spielt ja auch keine Rolle ;)
Es waren wirklich fast alle verkleidet und geschminkt, das Haus war dekoriert, aber so richtig spannend wars nicht. Wir sind auch nicht lange dageblieben, weil wir eh in die Stadt wollten, ins Pozition. Dort fand nämlich die größte Halloween Party statt und bis halb 11 kam man auch noch kostenlos rein. Wir habens grade noch so geschafft und es war einfach amazing! Also wirklich ALLE Leute, und es müssen viele hunderte gewesen sein, waren verkleidet. Der Club hat 5 Ebenen mit mehreren Dancefloors pro Ebene und Bars und was weiß ich noch allem. Ich hab mich mehrmals extrem verlaufen und bin zum Teil 20 Minuten lang durch den Club geirrt um die andern wiederzufinden. Aber es war wirklich super cool.

Nur die Rückfahrt war etwas anstrengend. Gegen halb 3 wollten wir los (der club machte diesmal um 3:30 zu), doch kein Taxi für uns. Nachtbusse fahren hier nicht wirklich und Taxifirmen gibt es so viele verschiedene, dass man gar nicht weiß, welche Nummer mal anrufen soll. Auf jeden Fall sind die meisten Privatunternehmen, was bedeutet, dass man sich irgendwie schon im voraus einen Platz reservieren muss. Einfach so nen Taxi anfordern schien unmöglich. Wir sind dann erstmal bis zum Bahnhof gelaufen (Sandra, Laura, Rani, Wolfi und ich), vorbei an Massen von blutverschmierten, kostümierten Zombies, um festzustellen, dass man nichtmal dort auf ein Taxi hoffen kann. Also haben wir uns zu Fuß auf den Rückweg gemacht... Zum Glück haben wirs geschafft nach der Hälfte der Strecke (20-30 Minuten?) nen Taxi zu finden, welches uns dann doch mitgenommen hat. Sehr erleichternd.
Also merke: Taxis sind kompliziert.

Gestern, am Sonntag, war dann erstmal Schlafen angesagt. Die Zeitumstellung hat kaum einer mitbekommen, sehr viel Verwirrung kam auf, aber irgendwie landeten wir dann doch alle in derselben Zeitzone. Abends sind wir (Laura, Yannick, Nicolas und ich) noch in die John McCarthy Bar auf dem Unigelände, weil dort wieder eine acoustic night stattfand. Total genial wieder mal! Da sind Talente... mein Güte! Da würde man gut und gerne freiwillig schonmal 10 Pfund für bezahlen, aber zum Glück kostet der Eintritt nur 2Pfund :)

Heute ist Montag, der 1. November. Um 10Uhr hatte ich mit Laura zusammen einen "essay writing workshop", in dem wir gelernt haben, wie man am besten essays hier schreibt. War recht informativ. Nachher hab ich noch Fußball und viel mehr wird wohl nicht passieren. Die Essays und Geschichten und Gedichte usw wollen ja auch geschrieben werden. Ich hab grade den Anfang zu meiner ersten Crime Story fertig für Donnerstag :)

Sooo, das Wort der Woche kommt diesmal sogar aus Deutschland, quasi. Bei meinem letzten Gespräch mit Matze, der momentan auch einen Englisch-Kurs besucht, hat er mir dieses wunderbare Wort beigebracht. Leider hatte ich noch keinerlei möglichkeit zur Anwendung, aber das kommt schon noch...
sesquipedalian
zu deutsch: vielsilbig. Sehr nützliches Wort.

nun gut, das wars erstmal aus Hull,
liebe Grüße nach Hause!

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Der Lichtschalter

Endlich, ja, endlich schreib ich wieder was. Ein Glück.
Nun ja, so viel gibts diesmal gar nich zu berichten, auch wenn schon etwas mehr als eine Woche vergangen ist.
Die letzte Woche war eigentlich vom Husten geprägt. Ich hab mich irgendwo bei einem der vielen kranken Menschen hier angesteckt, doch der fortwährende Husten will immer noch nicht schwinden und wird im Gegenteil immer schlimmer... aber so ganz dem sozialen Leben entziehen will man sich ja auch nicht, eine Zwickmühle also. Die hiesigen Medikamente sind auch so ziemlich nutzlos, da sehr arm dosiert. Also gesund werden kann man damit jedenfalls nicht. Und zum Arzt rennen will ich auch nicht. Also, abwarten und Tee trinken :)

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nich mehr so richtig, was ich letzte Woche so gemacht hab. Mein Tagebuch hab ich ein wenig vernachlässigt... Aber spannend kanns ja demnach nicht gewesen sein.

Am Donnerstag war ich mit den andern im Pub, im Larkins. Sehr gemütlich. Es gibt 25 verschiedene Biersorten dort aus den USA, Australien, Belgien und Deutschland, glaub ich. Wenn man jedes Bier einmal getrnken hat (es gibt sone Stempelkarten) dann bekommt man nen T-Shirt und ein kostenloses Essen. Das Ziel der Jungs war also von Anfang an klar gewesen.

Ich hatte ja auch schon was von ner Sperrstunde gehört, aber da ich bisher noch nie in nem "richtig authentischem" Pub war, hab ich das so ziemlich ignoriert. Umson erstaunter war ich dann, als der Barkepper um dreiviertel 11 zu uns kam und nach unseren letzten Bestellungen fragte. Der Pub war eh schon leer, wir waren die letzten Gäste und Punkt 11 durfte dann kein Alkohol mehr konsumiert werden, die Tische wurden abgeräumt und die Bar machte zu. Schon etwas merkwürdig. Und ungewohnt. Aber so sind se halt, die Engländer.

Die weiteren Tage warn eigentlich unspannend. Nen bisschen Uni, nen bisschen Training. Aber ich muss SCHON WIEDER ein Gedicht schreiben, diesmal ein ironisch-satirisches...
In Crime Fiction wurden letztes Mal Aufgaben verteilt, jeder musste eine spezifische Frage beantworten. Ich hatte zum Glück die letzte Frage und kam also mit der Hoffnung in den Unterricht, dass meine Frage gar nicht mehr drankäme. Welche Frage war aber natürlich die erste?? Ja... Genau. Und ich war natürlich die einzige in meiner "Gruppe", die sich überhaupt damit auseinandergesetzt hatte. Haben wir eben ein schönes Dialog-Gespräch geführt, ich und die Dozentin. War ja auch mal ganz nett. Dann wurden meine Deutschkenntnisse noch gefordert, als ich doch bitte übersetzen sollte, was denn das Da-Fort-Game sein sollte. Weiß man natürlich sofort als Deutscher. Ist nämlich von Herrn Freud und bezeichnet das Verhalten kleiner Kinder, die alles was man ihnen gibt wegwerfen und sich freuen, wenn Mama und Papa es zum 285754. Mal wiederbringen. Wieder was gelernt.

Die Abende vergingen recht ruhig. Keine Clubs oder Feiern oder Ähnliches. Das war uns allen sehr recht, da viele mittlerweile mit Krankheiten und Müdigkeit und einer gewissen Lethargie kämpfen. Am Freitag sind die meisten dann nach Edinburgh gefahren mit der ISA, aber ich hatte kein Ticket mehr bekommen und da ich ja sowieso schonmal dort war, wollte ich den andern die Möglichkeit geben die Stadt zu erkunden. Sehr edel, ich weiß.
Das hieß, dass wir nur noch ein kleiner Haufen Zurückgelassener waren, etwa 10 Leute vielleicht, und ein ruhiges Wochenende verbracht haben. War natürlich anders geplant, wie immer. Diese Planerei ist ja manchmal witzig. Am Freitag Vormittag kam die erste Nachricht:
Hey, lasst uns in nen Pub gehen! Oder auf ne Hausparty! Yeah!
Alle warn hellauf begeistert - Ja! Unbedingt! Definitiv! Super Idee!
Und wie verlief der Abend? Wir saßen zu 6. zusammen und haben Karten gespielt :) War ein sehr schöner Abend mit kulturellem Kartenspiel-Austausch aus Deutschland, Frankreich und den USA. Und der nächsten Big-Bang-Theory-Folge :) Und meiner ersten Folge The Mentalist. Und vermutlich auch meiner letzten...

Den Tag darauf geschah Ähnliches.
Heute machen wir aber unbedingt was! Wir gehn ins Pozition (nen Club in der Innenstadt) und vorher noch in nen Pub und wir werden super-duper viel Spaß haben!
Hatten sogar schon alle zugesagt, außer mir. Als ich dann allein zuhause saß und langsam die Zeit näher rückte zu welcher alle anderen schon längst losgefahren sein wollten, warn plötzlich alle on. Nanu, denk ich, was ist denn los?
Tja, wie so oft hatte einer keine Lust mehr und hat damit alle andern angesteckt und nun war jeder zuhause :D Jaja. Wir sind dann abends noch spazieren gegangen um überhaupt mal aus dem Haus zu kommen, haben uns verirrt, aber wenigstens den klaren Nachthimmel genossen. Und ich hab viel für die Uni geschafft :) Also eigentlich nur Vorteile die diese Woche gebracht hat!

Gestern wollten wir eigentlich East is East gucken, einen tollen Film, den ich für einen meiner Kurse hier sehen muss. Doch leider funktionierte die DVD aus der Bibiothek nicht und so endete der Abend mit meinen ersten 2 Folgen Dexter. Sehr gut, wie ich finde. Eine neue Serie :)

Aber, was noch viel wichtiger ist: Mein erstes Fußballspiel!
Am Sonntag wars endlich soweit - ich hatte mein erstes offizielles Spiel. Ein Heimspiel gegen Hessle Town. Wie üblich für "freshers" rechnete ich damit, nur die letzten 10-20 Minuten zu spielen, denn eigentlich sollen wir ja erstmal alles beobachten und uns so langsam reinfinden. Diesmal war ich auch nicht die einzige nicht-Britin, denn Anna aus Holland war auch dabei.
Doch es kam alles anders. Wenige Minuten vor Spielbeginn verletzte sich eins der Mädels und es musste dringend Ersatz gefunden werden - wer wäre da nicht besser geeignet als ich? Es gab so einiges an Chaos, der Schiedsrichter wurde schon langsam ungeduldig, als mir schnell erklärt wurde wo ich nun welche Position wie zu spielen habe, worauf ich achten muss und so weiter und so fort. Ich war ein kleines bisschen überfordert, hatte natürlich in der Schnelle kein Wort verstanden und fühlte mich verloren auf dem Platz.
Aber alles ging gut. Sobald das Spiel anfing hab ich mich recht fix reingefunden, wusste zwar immer noch nicht auf welcher Position ich nun eigentlich spielen sollte, aber das war dann auch egal. Die andern Mädels haben mir immer mal zugerufen, was ich gut und nicht so gut mache, insofern funktionierte das ganz gut. Ich hatte nur nicht damit gerechnet tatsächlich volle 45 Minuten zu spielen. So lange hab ich noch nie gespielt! Traurig, aber wahr.
Ich war also komplett am Ende :D Die Halbzeitpause (gefühlte 27 Sekunden lang) brachte da auch keine Besserung.
In der ersten Halbzeit wurde ich schon mit der "roughness" des britischen Fußballs konfrontiert, als ich Metall-Stollen in meinen Fuß gerammt bekam und den Ball volle Kanne ins Gesicht. Doch nach etwa 20 Minuten der 2. Halbzeit wurde ich unsanft über den Fuß der Gegnerin gestoßen und landete auf dem Rücken, was zu erheblichen Atemproblemen und meiner Auswechslung führte. War ich auch gar nicht so böse drüber.

Letzten Endes haben wir 0:2 verloren, aber halb so schlimm - es war ne tolle Erfahrung! Ich wurde viel gelobt und ich freu mich aufs nächste Spiel (am Mittwoch übrigens, auswärts diesmal). Nach dem Spiel haben wir dann in der Sanctuary Bar gesessen und den besten und schlechtesten Spieler unseres Teams gewählt und anschließend noch kostenloses Essen (Pommes und Schrumpelwurst) bekommen. Sehr cool.

Ja, das war mein Highlight der Woche.
Achja, falls ihr euch wundert wo die Frösche der Woche bleiben... es tut mir sehr leid. Aber unglücklicherweise wurden alle Frösche aus der Innenstadt verbannt und ich hatte keine Gelegenheit Fotos zu machen. Die Frosch-Ära ist also offiziell beendet :'(

Aber vielleicht sollte ich eine neue Rubrik einführen.

Das Wort der Woche
Ich hab ein neues Wort gelernt. Es heißt "verisimilitude". Schön, oder? Über solche Sachen stolpert man schon mal in alltäglichen Hausaufgabentexten...

Und noch eine kleine Geschichte zum Ende. Die trägt denn Titel:

Als mein Lichtschalter verschwand

Eine sehr tragische Episode meines hiesigen Lebens. Es war dunkel, es war Nacht. Ich kam erschöpft, ob der Ereignisse des Tages, nach Hause. Mit Mühe fand ich das Schlüsselloch meiner Tür im Halbdunkel des ausgestorbenen Flures. Doch was musste ich feststellen, als ich es endlich fertiggebracht hatte die Tür zu öffnen? Mein Lichtschalter war verschwunden!
Wie kann so etwas passieren? werdet ihr euch fragen. Ein Lichtschalter kann doch nicht so leicht verschwinden? Er ist doch schließlich fest in der Wand montiert? Sind etwa Einbrecher gekommen um meinen Lichtschalter zu stehlen?
Was für eine absurde Idee. Natürlich stiehlt niemand einen Lichtschalter! Was soll man denn damit? Das ist doch Unsinn.
Da stand ich aber nun, im stockfinsteren Raum, denn die Gardinen hatte ich vorher schon zugezogen. Nur die kleine Lampe meines Feuermelders an der Decke bot ein leichtes grünliches Schimmern. Ich tastete mich an den Wänden entlang, doch nichts. Die Tür fiel klackend ins Schloss und plötzlich ein Geräusch! Ein monotones Klicken! Als ob etwas in Schwingung geraten war und nun an die Tür pochte! Klick.... Klick.... Klick....
Erleichterung durchfloss meine Adern! Ich konnte ihn nun zumindest hören, meinen Lichtschalter. Nach einigen wilden Griffen in die Luft erfasste ich die pendelnde Schnur, zog daran und genoß das helle Glühen der Lampe über mir. Mein guter alter Lichtschalter war wieder da.
Es stellte sich heraus, dass er sich nur in meiner Jacke, die an der Tür hing, verfangen hatte. Sowas dummes. Da sehnt man sich doch wirklich nach Deutschen Lichtschaltern zurück. Und nicht nach Pendelschnüren, die von der Decke hängen.
Obwohl die natürlich auch ihre Vorteile haben. An einen festen Schalter würde ich vom Bett aus kaum rankommen, aber ich muss die Schnur nur mit meinem Kissen anstupsen, dann kommt mein Lichtschalter zu mir :) Schön oder?

Nu gut, das wars dann erstmal. Ich muss gleich wieder los zum Training!
Ganz liebe Grüße aus dem sonnigen, blauhimmligen Hull :)

Sonntag, 17. Oktober 2010

Snakey B und andere Sauereien...

Sooo .. gut, dass ich immer fleißig Tagebuch schreibe, sonst wüsste ich nicht mal mehr, was gestern passiert ist..

Also, geendet hatte ich ja mit der Geburtstagsfeier am Mittwoch. War ganz nett, eher ne Sitzparty. Danach sind wir dann noch ins Asylum gegangen, den Uni-Club, wo's super-cool war. Tolle Musik, viel getanzt und Spaß gehabt. Und -zack- 2.30Uhr gingen wieder alle Lichter an. Echt komisch. Na ja, man gewöhnt sich dran.

Donnerstag früh war wieder Unterricht - Creative Writing. Und das Schöne war, jeder einzelne musste sein Gedicht vortragen. Toll. Ich hab fast nichts von den andern verstanden, weil die alle ihre "Ich lese mein eigenes Gedicht laut vor"-Stimme aufgesetzt haben und so viel Akzent wie möglich reingehaun haben. Fast hätte ich mich drücken können, aber ich musste dann doch als letztes noch ran... War ganz ok. Ich weiß, dass die Neugier sicherlich groß ist, jetzt wo ich schon so viel drüber erzählt hab... na ja, selbst schuld. Also hier mein Gedicht. Ein free-verse poem aus der Sicht eines Eichhörnchens, welches zumindest in meinem Kurs positive Kommentare erzeugt hat:

The Squirrel (14.10.2010)

by Susi Kirschbaum

Running around as usual.
Find nuts.
Go here... go there.. .
But HUSH!
Here the noises? Loud and ugly!
Have to leave - quick!
Feel the tree? Rough and itchy!
Needles sting. Doesn't matter.
Need to leave now!
Feel it shaking? Hurry up!
Faster, FASTER! Run for life!
Shaking again. Hear the screams?
Fleeing.
Again.
and again...
and again...

Zur nächsten Woche sollen wir eins über ein Newsevent schreiben. Ich glaub ich werd das Golf-Öl nehmen. Mal sehen.

Soccer practise, oder British: football training, war wieder sehr cool, hat nur ein bisschen geregnet.
Danach sind wir gleich los zur Hull Fair. Eine Art Riesenrummel, der einmal im Jahr in Hull für eine Woche residiert und viele Menschen begeistert. Wir sind auch mit einigen Fahrgeschäften unterwegs gewesen und haben uns mit sämtlichen Süßigkeiten eingedeckt. Da wir schon um 9 wieder zuhause waren haben wir gleich beschlossen noch zusammen nen Film zu schauen und nach ewiger Diskussion und anschließendem Voting zwischen Kong Fu Panda und Madagaskar haben wir uns dann doch für letzteres entschieden.

Freitag hatte meine liebe Mama Geburtstag! Alles Gute nochmal auf diesem Weg :) Ich hoffe, du hast schon einen Platz für dein Geschenk gefunden!
Ansonsten hatte ich einige Mühe während meines Kurses "Crime Fiction" die Augen aufzuhalten. Thema war verschiedene Genres. Spannend ohne Ende.
18.00 Uhr sind wir dann wählen gegangen. Jaja. Die ISA (International Students Association) hat neue Kandidaten aufgestellt. Natürlich wären wir nicht unbedingt wählen gegangen, wenn wir keinen Vorteil daraus gezogen hätten...wir sind ja schließlich Studenten. Wir haben kostenlose Tickets für die International Party am Abend bekommen ;) Dafür mussten wir aber auch eine Stunde lang den Reden der Kandidaten lauschen!
Halb neun trafen wir uns dann zum pre-gaming (ja, neues Wort --> "Vorglühen") bei Wolfi. Es gab Chips und Bier und Wein und nette Gespräche und dann die Entscheidung ins Asylum zur Party zu gehen. Großer Fehler, wie sich herausstellte. Musik war furchtbar, und viele Leute waren auch nicht da und irgendwie war alles doof. Also haben wir diesmal nicht gewartet, bis die Lichter angingen ;)

Samstag war wieder einer dieser schönen, ruhigen Tage :) Ich bin morgends mit Laura zur Post gelaufen und sie hat mich auf eine heiße Schokolade bei sich eingeladen und wir haben nen bisschen gequatscht und die Zeit verging... und abends sind wir beide zu Yannick um mit unserer neu gegründeten "Band" zu üben ;) Laura singt und Yannick und ich spielen Gitarre - echt genial. Wir suchen zur Zeit noch jemanden der ein bisschen Rhythmus in die Sache bringt - Freiwillige??
Momentan spielen wir Tears in Heaven von Eric Clapton und I'm Yours von Jason Mraz.
Danach kam dann Film-Abend Part 2 mit den gleichen Leuten wie 2 Tage zuvor und mit Madagaskar 2 und danach noch Hangover, während dessen ich beinah eingeschlafen wäre. Ja, bald gehen uns die Filme aus...

Sonntag war toll :) Wie es der Wetterbericht versprochen hatte schien die Sonne und kein Wölkchen war am Himmer zu sehen! Wir haben uns um 2 Uhr vor Wolfis Haus getroffen, weil da ne riesen Wiese ist und haben uns in die Sonne gelegt :) Ein internationales Picknick! Ich weiß, die Namen sagen euch eh nichts, aber da das eh die Leute sind, mit denen ich meist was mache, will ich sie nur einmal nennen: Laura (Potsdam), Sandra (Nürnberg), Rani (Nürnberg), David (Nürnberg), Wolfi (Nürnberg), Glen (USA), Callie (USA), Nicolas (Frankreich), Yannick (Frankreich) und Kajetan (Polen). Zusätzlich kamen dann noch nen paar Leute an den angrenzenden Häusern, die wir auch kannten, Deutsche und Franzosen.
Es war wirklich traumhaft! In der Sonne war es richtig warm und jeder hat was zu Essen und zu Trinken mitgebracht und wir haben einfach dagelegen und erzählt. Und natürlich Fußball gespielt :) Und Rugby ein bisschen.
Um 5Uhr hat uns Laura dann alle noch zum Tee eingeladen und ich bin danach gleich mit zu Yannick zum Gitarre üben, weil er noch nicht so lange spielt. Später kam Laura dann auch und wir hatten unsere erste offizielle "Bandprobe". Klang schon ganz gut.
Zu um 8 Uhr sind wir dann in die John McCarthy Bar (auch auf dem Unigelände) zur acoustic-night. Sone Art open-Stage Abend. Echt genial. Manche waren nicht ganz so gut, einige hattens richtig drauf. Der perfekte Tagesausklang. Um 11 war die Sache dann zuende, aber natürlich mussten Laura, Yannick und ich danach gleich weiter proben! jaaa... halb 5 war ich dann im Bett ;) Aber schließlich ist ja Wochenende! Und ich hab Montag frei ;)

Montag hab ich einfach mal nichts gemacht. Ich hatte eine Gitarre und war glücklich. Geschlafen hab ich ziemlich viel, weil ich ziemlich krank bin. Also eigentlich nur Husten, aber sehr annoying. So Reizhusten, der mich nachts nicht schlafen lässt und mir auch tagsüber das Leben schwer macht. Sehr unangenehm. Aber nichtsdestotrotz bin ich natürlich zum Fußball-training gegangen :) Heute wurden auch das erste Mal unsere Karten kontrolliert. Um die Fußballfelder nutzen zu dürfen müssen wir uns nämlich alle eine Gym-Membership card für 22,50Pfund kaufen. Dumm, aber was solls. Ohne Karte, kein Sport. Und um in der Fußball-Society zu sein muss man zusätzlich noch 25Pfund zahlen... sonst darf man nicht im Team spielen. Die wissen auf jeden Fall, wie sie an Geld kommen.
Abends war wieder "Bandprobe" und wir haben unsere zukünftigen Projekte festgelegt zu denen jetzt Hey there Delilah von den Plain white T's und Ignorance von Paramore gehören.
Und ich war das erste Mal vor Mitternacht im Bett! Eigentlich traurig, aber wahr. Hab dann aber doch noch ne Folge Big Bang Theory geschaut und nichts war mit vor Mitternacht schlafen ;)

Ach ja. Die Überschrift. Snakey B. Was könnte das nur sein? Ein Tanz? Ein Gericht? Der Name eines Pubs? Nein. Alles falsch. Es ist das Hullishe Nationalgetränk! Sehr lecker und erfrischend übrigens. Es besteht aus Bier, Apfelcider und rotem Saft. Also sone Art Mädchenbier. Trinken aber echt alle hier, nur zu empfehlen ;)
Und da ich grade bei Lebensmitteln bin möchte ich nochmal zu den typisch-englischen Gerichten vom letzten Mal kommen.
Ich habe weder irgendeine Art von Pie whatsoever gegessen, noch baked beans, noch (wie PK hinzufügte) Britsches Chicken Tikka Mesala. Zusätzlich wird hier auch überall mit Kebab geworben, dem trau ich allerdings nicht so ganz. Ich bin also ein typischer Fall eines sich nicht assimilierenden Ausländers.
Aber immerhin hab ich gestern gekochte Zucchini gegessen. Das war schon genug des Guten. Aber englische Schokoriegel ess ich :) Die sind nämlich sehr lecker! Mit viel Schoko und Karamell und so.. mhhh :)

sooo - bis in Bälde!
Cheers

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Newcastle - we are coming!

Sooo, da bin ich wieder.

Ich möchte beginnen mit: Vanillezucker.
Ein brisantes Thema, ich weiß. Vanillezucker ist durchaus nützlich. Zum Kuchen backen beispielsweise. Wer mich kennt, der weiß vielleicht, dass meine Koch- und Backkünste noch nicht ganz ausgereift sind und durchaus einer Verbesserung würdig sind, aber hier ist das natürlich ganz anders. Ich hab schon 2 Kuchen gebacken! (Und noch viel mehr gegessen...) Aber zurück zum Vanillezucker. Den gibts hier einfach nicht! Nicht, dass es sehr tragödisch wäre.. aber ein bisschen schade schon. Also: Kein Vanillezucker in England.
Zum Glück hatte ich (ja, ich!) natürlich einen kleinen Vorrat an Vanillezucker aus Deutschland mitgebracht (warum auch immer) und somit die ersten Kuchen gerettet und verfeinert, aber jetzt hats sich ausgezuckert. Müssen die Kuchen eben so schmecken.

Jetzt aber weiter zu den Ereignissen der letzten Tage. Wo waren wir stehen geblieben? Achja, Am Samstag. (Also dem letzten Heute).
Ich hab tatsächlich den ganzen Tag vergammelt. Zum Mittag bin ich rüber zu den Jungs und Callie und dann haben wir "Das Leben des Brian" geschaut und es irgendwie geschafft den ganzen Tag zu verplempern. Abends haben wir dann bei mir gesessen und Wraps gegessen und zusammen mit nen paar anderen den interessanten Film "Frequently asked questions about time travel" gesehen. War sehr nett.


Der Sonntag war dann tatsächlich unser Newcastle day. Echt total cool! Mit 2 Autos sind wir hoch gefahren (ca. 3h) und haben uns die Stadt angesehen. Wirklich sehenswert, muss ich sagen. Eine Stadt, erbaut auf einem Hügel, direkt am Wasser. Auf kleinstem Raum zwängen sich dann etwa 6 Brücken über den schmalen Fluss Tyne. Wir warn insgesamt 11 Leute (einer ist mit dem Zug gefahren, weil kein Platz mehr in den Autos war), was nicht immer ganz einfach war. Bei einer solch großen Gruppe entsteht des Öfteren diese Gruppenlethargie. Einer bleibt stehen, weil sein Schuh offen ist und plötzlich steht die ganze Gruppe für 20 Minuten, weil keiner weiß, was los ist. Aber so ist das eben. Auf einer der Brücken waren wir natürlich auch. Auf der berühmten Millenium Bridge, nur für Fußgänger. Die bewegt sich sogar ein- bis zweimal am Tag, aber wir waren leider zu spät da. Abends ist sie dann auch bunt angeleuchtet, sieht hübsch aus. Wir haben bestimmt ne gefühlte halbe Stunde gebraucht, nur um die kleine Brücke zu überqueren, aus oben genannten Gründen und lauter Fotos ;) Nach einem Ausflug nach China-Town und zum Stadion sind wir am Abend dann sogar noch zur Küste gefahren. Wunderschön! Die rauschenden Wellen, kühle Abendluft, der Duft des Meerwassers... einfach schön. Die Rückfahrt war etwas anstrengend, weil wir alle ziemlich müde waren, aber gegen 21.30 Uhr sind wir dann wieder in Hull angekommen. Ich saß mal wieder im "besseren" Auto, denn nach der Ankunft wurden alle Mitfahrer auf 'ne heiße Schokolade eingeladen :)
Der Ausflug war echt genial. Das Wetter hat zwar nicht, wie versprochen, mitgespielt, aber wir hatten auch so Spaß. Es war leider sehr bewölkt und recht kalt, während hier in Hull den ganzen Tag die Sonne geschienen hat, aber man kann ja nicht alles haben.
Sehr interessant auch in Newcastle die kleinen Platten im Bürgersteig mit so weltbewegenden Informationen wie dieser hier:
Dazu ist es vielleicht interessant zu wissen, dass Mrs Mary Howard eine Schauspielerin war, die sich während des Krieges für alles mögliche stark gemacht hat und überall half wo sie nur konnte.
So erweitert man auch seinen Horizont...

Am Montag sollte dann eigentlich mein Lesetag sein. Denn wie ich ja schon erzählt habe, musste ich mir Small Island zu Gemüte führen. Montag hab ich frei, also Zeit. Dachte ich zumindest. Aber natürlich kam alles wieder anders.
Erstmal haben wir Tickets nach Dublin gekauft :) 4 Nächte für 105 Pfund - ein echtes Schnäpperlein. Ich freu mich schon :) Am 25.11. gehts los. Dann hab ich zusammen mit Laura (und später auch Sandra) einen Kuchen gebacken (sogar mit Vanillezucker). Denn am Abend fand die Geburtstagsfeier von Chris aus Jena statt. Momentan scheinen alle Deutschen Geburtstag zu haben... Fast jeden Tag eine B-Day-Feier.
Achja, Fußballtraining hatte ich ja dann auch noch. Nur Rennen heute. Hat mich natürlich tierisch gefreut.
Und schließlich noch die Geburtstagsparty, wie gesagt. Von Chris, bzw, CJ. -->
Die war schön. Ich hatte zwar tierisch Halsweh und hab deshalb auch nur Wasser getrunken (Tee gabs nich), aber hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Es ist immer wieder erstaunlich wie viele Lieder die Leute kennen, in denen eine Susi oder eine Susanne vorkommt. Die werden mir fast jedes Mal vorgesungen oder rezitiert. Langsam kenn ich mich auch aus.
Der Abschluss des Tages war mal wieder super-spannend, denn was gibt es Schöneres, als nach einer Feier noch ein gutes Buch zu lesen? Eben! Nichts.

Der Dienstag begann genauso spektakulär wie der Montag geendet hatte. Und ich habs tatsächlich beinah geschafft! Mir fehlten zum Schluss vielleicht noch 20 Seiten, aber ich habe das Buch besiegt! Und sogar meine Hausaufgaben dazu erledigt! Ich war ja schon nen bisschen stolz auf mich ;) Das Ende hab ich mir dann von meiner Sitznachbarin erzählen lassen, mit der ich mich vor dem Kurs noch getroffen hab. Jodie. Ist ein sehr nettes und intelligentes Mädchen. Wir werden jetzt wohl öfter Partnerarbeit zusammen erledigen. Eine fruchtbare Kombination.
Im Kurs haben wir dann 2h lang über das Buch geredet. Und ich konnte mitreden :) Ein schönes Gefühl! Aber das wars dann jetzt auch schon wieder. Ein bisschen ernüchternd. Mein Essay will ich auf jeden Fall nicht über dieses spezielle Werk schreiben... also wars eigentlich alles für die Katz. Aber nein, ich bin ja reicher an Erfahrungen geworden. Und solchen Dingen.
Zur nächsten Woche muss ich das nächste Buch lesen. "Lonely Londoners" Ist zum Glück nicht mal annähernd so dick :)
Nach einem kleinen Nickerchen und weiteren Hausaufgaben (ja, ich bin voll fleißig) hab ich mich dann auch gleich wieder besser gefühlt. Obwohl ich heute Husten hab. Aber besser als Schnupfen! Aufgrund allgemeiner Rumkränkelei haben wir abends eine Tee-und-Märchen-Party geschmissen und den Film "Taken" (oder auf deutsch "96 hours") geschaut und dann noch die Inhalte der neuesten Cosmopolitan diskutiert.

Heute ist mal wieder nicht viel Spannendes passiert, ein paar Dinge erledigt, ein paar Hausaufgaben gemacht und heute Abend findet wieder eine Geburtstagsfeier statt. Von Rani, auch aus Deutschland.

Achja, und ich möchte natürlich noch Josi's Kommentar kommentieren.
Eine Leseprobe meines Gedichtes wird es möglicherweise im nächsten Blogeintrag geben. Noch ist es nicht ganz fertig ;)
Wie du grade gelesen hast, machen wir auch Tee-Parties. Kajetan macht den besten Tee hier, also ist er immer dafür zuständig. Sehr praktisch. Echter polnischer Tee. Nur zu empfehlen.
Tja, mit dem Essen ist das ja hier sone Sache. Wie gesagt, Vanillezucker ist schon ein großer Verlust ;) Ansonsten machen wir uns ja meist unser Essen selbst oder irgendwer kocht für mehrere. Sowas richtig typisches hab ich glaub ich noch gar nicht gegessen fürchte ich... *schäm* kommt noch. Was ist denn eigentlich typisch Britisch? Fish'n'Chips natürlich. Und baked beans. Und sonst? mh... ich geh ja immer zu Lidl ^^ da gibts mehr deutsche Produkte als Britische, fürchte ich.

So, hier noch die Kröte des Tages:

Samstag, 9. Oktober 2010

Laternenkuss

So, Wochenende :)
Die erste Uni-woche ist quasi überstanden. Kommen ja nur noch 10 weitere und das wars dann.
Heute möchte ich mich mal ein bisschen an Josi's Kanada-Blog orientieren und schön chronologisch vorgehen.

Dienstag
Unser Ausflug ins Piper hat mit einer Hausparty begonnen und mit Pizza geendet. Nach der netten geselligen Runde hatte eigentlich niemand Lust loszugehen, aber wie das immer so ist, irgendwann gehn dann doch alle. In der Bar angekommen mussten wir feststellen, dass wir 4 Pfund Eintritt zahlen sollten und schwupps, waren ich und nen paar andere wieder auf dem Rückweg. Vielleicht ein anderes Mal, wenn es nicht so spät ist.
Der Nachhauseweg war allerdings sehr, sehr lustig. Wir haben Pizza gegessen und ich habs zum ersten Mal in meinem Leben geschafft volle Kanne gegen einen Laternenpfahl zu laufen. Das war dann weniger lustig. Heute ist mein Auge schon gelb, und nicht mehr blau... Wir machen also Fortschritte.

Mittwoch
Heute bin ich mit Laura in die Stadt gefahren um mal nen bisschen shoppen zu gehen. Wir haben uns jetzt Ermäßigungskarten für die Busse gekauft, echt praktisch.

Eine Geschichte aus dem Alltag:
Die Busse sind eh manchmal nen bisschen komisch. Gibt ja nur eine Tür vorn beim Fahrer, wo man immer die Station ansagen muss, an der man aussteigen will und je nachdem zahlt man eben nen Betrag. Aber was weiß ich, wie die Stationen hier heißen? Steht ja nirgends dran! Es steht nicht im Bus, nicht an den Haltestellenschildern, es wird nichts angesagt... also man ist hier wirklich aufgeschmissen, wenn man sich nicht auskennt. So wollten wir zum Beispiel ins Princess Quay Shopping Center und haben einfach mal gesagt, wir wollen in die Princess Avenue. Liegt ja nahe. Als wir unsere Tickets sahen gabs erstmal große Freude! Mit der tollen Ermäßigungskarte hatten wir sogar mehr als 20% Rabatt bekommen! Wir haben statt 1,30 nur 0,84 Pfund gezahlt! WOW!
Bis wir dann eine Station gefahren sind und sahen, dass diese Straße zufälligerweise die Princess Avenue war... Blöd gelaufen. Oder eben nicht. Dem Busfahrer ist das ziemlich egal. Wir sind einfach sitzen geblieben und haben uns gefreut. Also wissen wir nun, wie man im Bus Geld sparen kann ;)

Das Einkaufen hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Ich hab mir neue Fußballschuhe + Zubehör gekauft (ist super billig hier im Vergleich zu Deutschland) und nen Pulli und Englandohrringe und sone Sachen.

Abends war dann das schon erwähnte Social des Fußballteams. Das ist ja auch alles ne Welt für sich, also wirklich. Wir trafen uns im Fusion, eine Bar gleich gegenüber von Lidl, sehr praktisch also. Und ich war total beeindruckt - ALLE (außer mir natürlich) waren verkleidet! Als Räuber oder Polizisten. So richtig mit Hut und Dienstmarke und Uniform und Handschellen usw. Hat dann erstmal über ne halbe Stunde gedauert, bis jeder was zu trinken hatte, denn wenn sagen wir mal 25 Mädels alle 3 Gläser Bier/Wein/... haben wollen, dann dauert das eben. Und wir warn ja auch nicht allein dort.
Und dann fings an. Trinkspiele. Am laufenden Band. Wir haben Lieder gesungen, deren Texte entweder unverständlich waren oder in irgendeiner Art und Weise von Sex handelte, wir haben Spiele gespielt, deren Regeln niemand kannte, aber an deren Ende alle mindestens ein Pint (ein großes Glas) trinken mussten, und wir wurden bestraft, wenn wir nicht aufmerksam waren oder außerhalb der vorgeschriebenen Puller-Pausen auf Klo mussten. Lustiger Abend... Einige der Mädels warn um halb 10 schon komplett hinüber und kurz nach 10 war dann Aufbruch zum Asylum! Denn da sollte die Party ja weitergehen... Da hab ich mich dann aber mal ausgeklinkt und bin nach Hause gegangen, lag ja eh auf dem Weg.
Mal sehen, ob ich nochmal zu solch einem Social gehe. Es war auf jeden Fall interessant, in gewisser Art und Weise. Und etwas verstörend. Die meisten scheinen hier ein etwas verstörtes Verhältnis zu Alkohol zu haben. Man kann sich ja auch ums Trinken drücken und einfach nur so tun, aber das schien für die meisten einfach nicht in Frage zu kommen. Wir schießen uns ab, bis zum Umfallen. Aber immerhin hab ich nen paar der Mädels kennengelernt und mich gut unterhalten und die wussten auch am nächsten Tag noch wer ich bin. Das ist ja hier keine Selbstverständlichkeit.

Donnerstag
Mein zweiter Kurs - Creative Reading/Creative Writing. Sehr... interessant. Wir machen erstmal Gedichte. Ist nicht so mein Fall. Zur nächsten Stunde müssen wir alle nen Gedicht schreiben. Aus der Sicht eines Außerirdischen oder eines Tieres. Wir haben uns ...tierisch... gefreut, wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt.
Der Kurs ist eigentlich für first-year-students, also für die, die grad aus der Schule raus sind und noch total motiviert sind. Grässlich. Aber wenigstens bin ich in dem Kurs nicht die einzige Ausländerin. Ein Pole ist noch dabei. Mit dem hab ich mich auch gleich super verstanden, so wird der Kurs vielleicht nicht ganz so öde.

17 Uhr wieder Fußballtraining für ne Stunde. Diesmal ohne anschließend in die Bar zu gehen, weil die meisten immer noch ziemlich fertig vom Vorabend waren. Diesen Sonntag ist unser erstes Spiel, aber da ich voraussichtlich nach Newcastle fahren werde, kann ich leider nicht teilnehmen.

Abends wars dann endlich soweit - die Belohung für den gewonnenen Rubik's Cube Contest :)
Es war einfach mal totaaal lecker!















Ich weiß zwar nicht, wie es hieß, was wir gegessen haben, aber Daumen hoch. Salat mit Hackfleisch und einer Art Kartoffelpuffer - einfach toll. Der Nachtisch war genauso gut - Schokokuchen mit Caramell-Überzug! Zum reinlegen... Ein sehr gelungener Abend. Stück für Stück kamen dann auch irgendwie immer mehr Leute ins Haus. Zu Beginn waren es nur wir acht und plötzlich saßen und standen fast 20 Leute in der Wohnung. Es ist mir immer wieder ein Rätsel wie sowas passiert... Wurde dann noch sehr schön, wir haben viel Gitarre gespielt und gesungen und gequatscht. Sogar der Pole aus meinem Kurs von heute früh war da. Wir sind schon am Überlegen, was unser nächster Wettkampf sein wird. Allerdings wollen jetzt alle Deutsches Essen... also muss ich gut überlegen, woran ich teilnehme ;)

Freitag
Mein letzter Kurs für diese Woche, Crime Fiction. Wieder einzige Ausländerin. War ganz nett. Die Lehrerin hat in einer Tour gequatscht und hat versucht witzig zu sein, was ihr allerdings nicht gelungen ist. Wir haben erstmal über einen Teil der Kursinhalte abgestimmt, wird wieder ziemlich viel zu lesen sein. Aber klingt auf jeden Fall ganz gut. Von Edgar Allen Poe, zu Doyle und seinem Sherlock Holmes, weiter zu Agatha Christie... eine gute Mischung auf jeden Fall.

Und dann war ja noch DIE Feier der Woche. No Color - No Party. Das war das Motto. Alle, die kommen wollten, mussten sich also in einer Farbe anziehen, die nicht schwarz sein durfte. Sah sehr gut aus. Hier mal eine kleine Kostprobe:Auf jeden Fall ne schöne Idee.
Aber keine Angst, mein Leben besteht nicht nur aus Parties. Ne Haus-Party ist meist auch nur gemütliches Zusammensitzen oder -stehen mit nem Gläschen Wein oder Bier. Nicht, dass ihr denkt, wir betrinken uns jeden Abend sinnlos. Oder so.

Heute
Erstmal ist nichts geplant. Die meisten sind grade in Scarborough, unserem 2. Campus. Ich hab leider keine Tickets mehr bekommen. Aber so böse bin ich darüber gar nicht. Die Sonne scheint nämlich nicht. Außerdem hab ich ja einiges zum Lesen hier... Aber ich hab immerhin schon ein Viertel von dem dicken Buch geschafft... welches ich zu Dienstag fertig haben muss...

Morgen
Wenn das Wetter mitspielt wollen wir mit 2 Autos nach Newcastle fahren und uns die Stadt mal nen bisschen anschauen. Gut, dass einige wirklich mit dem Auto hier sind :) Der Wetterbericht ist zumindest auf unserer Seite.

Tjoa... war diesmal nen bisschen länger. Tut mir leid. Und wenig Bilder. Aber einige werden noch nachgereicht. Wenn ihr Fragen oder sowas habt, dann stellt sie doch bitte. Oder sagt mir, wenn ich nur Quatsch schreibe. Ich weiß immer nicht, was nun eigentlich wissenswert ist, oder was niemanden interessiert. Sonen Blog ist ne Welt für sich.

Zum Schluss noch, as usual, ein Frosch: