Was für eine Warterei - aber nun ist es doch endlich geschafft. Susi hat Internet!!! Wenn auch irgendwie nicht immer... warum auch immer. Aber nach gefühlten 20 Gängen in die Bibliothek und stundenlanges ein- und auschalten sämtlicher Internetoptionen hat's jetzt offenbar geklappt. Mich freuts :) Und schreiben kann ich jetzt auch endlich wieder, das dürfte euch freuen.
ANMERKUNG: nach etwa einer Stunde internetfreudiger Zeit, stuerzte natuerlich alles ab und jetzt geht wieder nichts mehr, aber noch diese Woche soll angeblich jemand kommen um die Steckdosen zu ueberpruefen... Wer's glaubt...
Tja... da ist schon ne Menge passiert in den paar Tagen. Die Eindrücke sind überwältigend. Ich hab festgestellt, dass ich ziemlich gut darin bin mir sämtliche Namen zu merken, was hier definitiv von Vorteil ist. Die kulturelle Vielfalt ist wirklich beeindruckend und auch die Organisation, zumindest zum Großteil, ist wirklich gut. Ich weiß nicht so recht, was ich jetzt schreiben soll, weil einfach schon so viel passiert ist. Mh.. ich werd einfach randomly nen paar Dinge erzählen ;)
Erstmal das wichtigste zuerst ^^ die Telefonzellen!

Die sind hier nämlich nicht etwa rot, sondern creme-farben. Übrigens ist Hull die einzige Stadt in der das so ist. Wieso? Weil Hull die einzige Stadt in ganz Enlgand ist, die ihr eigenes Telefonnetz hat :) As simple as that!
Ich hab nen neuen Mitbewohner :) Nicolas aus Frankreich. Hier sind ziemlich viele Franzosen, vermutlich so viele wie Deutsche. Aber natürlich in keinem Vergleich zu den ganzen Chinesen ^^ Die kann man wohl nicht übertrumpfen. Aber die sieht man eben nicht... alle unter sich. Allerdings sind alle in meinem Haus so unverbindlich. Da fragt man, ob man was zusammen machen will und dann winden sie sich um eine Antwort - koennte ja vielleicht noch nen besseres Angebot kommen... Letzten Endes treffen wir uns dann eh immer auf der gleichen Party.
Diese Woche ist Freshers Week - das heißt so ziemlich jeden Abend irgendeine Veranstaltung und vor allem die Vorstellung von sämtlichen Uni-Organisationen, die es hier wirklich wie Sand am Meer gibt.
Die ISA (International Student Association) plant zB viele Verschiedene Kurzausflüge, demnächst gehts nach York für nur 7 Pfund.
Die HUU (Hull University Union) organisiert Feiern und Veranstaltungen.
Heute haben sich die verschiedenen Sport-Clubs vorgestellt.
Nun, wie hat man sich sowas vorzustellen? Folgendermaßen: Eine recht enge, stickige, volle, laute Halle, in der man sich kaum bewegen kann, weil man von allen Seiten mit Flyern beworfen, Stickern beklebt und Süßigkeiten angelockt wird, nur um zu erfahren, wieso denn nun gerade Cheerleading der beste Sport der Welt sei und nicht etwa doch Rudern. Eine sehr anstrengende Prozedur, an deren Ende man gar nicht mehr weiß, welche Sportarten denn nun eigentlich angeboten wurden.
Wir haben auch schon zusammen mit anderen Austauschstudenten kleinere Ausflüge unternommen, wie zum Beispiel zur Humber Bridge. Eine giantische Brücke über den Fluss Humber, an welchem Hull liegt. Das Wetter hätte besser sein können, aber Spaß hats trotzdem gemacht!

Nach der großen International Welcome Party am Freitag (die wirklich der Hammer war) haben die anderen Events nicht ganz mithalten können. Am Sonntag war ein Comedy Hypnotisör (?) da, sehr unterhaltsam. Vorestern war die große Nacht der Nächte, angeblich zumindest, denn Basshunter trat auf. Für ne halbe Stunde zumindest... während der auch so ziemlich alle Gäste den Saal verließen... war wohl eher weniger erfolgreich. Gestern gabs ne große Quiz-Nacht, deren Fragen so ziemlich niemand beantworten konnte, außer vielleicht die nach der Nationalität des Schiedsrichters, der bei der WM das klare Tor der Engländer gegen Deutschland aberkannt hat. Wir beim Quiz: Jordan aus Amerika, 2 Französinnen aus Orleans und Laura aus Potsdam, sowie Sandra aus Nürnberg.

Heute findet eine Beach-Party statt, zu der man tatsächlich in Badesachen erscheinen soll... Mal sehen. Aber diese Art der Kleidung ist hier generell nicht so abwegig, denn so wie die Briten rumlaufen, friert man schon beim zuschauen! 22 Uhr, etwa 12°C, Sprühregen.
Kleidung der Britinnen: Cocktailkleid. Ohne Strumpfhosen. Mit mind. 10 cm Absätzen.
Kleidung der Ausländer: 2 T-Shirts, Pulli, Mantel, Schal, Handschuhe, Schirm, Stiefel.
Kein Wunder, dass die hier alle dauernd krank werden.
Meine Kurse hab ich jetzt auch schon so gut wie sicher, obwohl die das hier auch relativ relaxed angehen. Heute steht immer noch nicht fest, wann der Kurs ab naechster Woche denn ueberhaupt stattfinden soll, denn die Stundenplaene werden erst noch erstellt... Richtig in die Uni muss ich auch nur 3 Mal die Woche fuer je 2 Stunden. Der Rest ist Heimarbeit. Jeder Kurs hat ein Handbuch, in welchem alles wichtige steht und vor allem auch die ganzen Hausaufgaben und Filme, die man schauen soll und Buecher, die man lesen muss. Da kommt einiges an Arbeit auf einen zu, ich bin gespannt welches Niveau die Kurse dann letzten Endes haben.


So, wie Berlin die Stadt der Bären ist, ist Hull offenbar die Stadt der Kröten - man findet die überall und sie sollen auf den berühmten Poeten Philipp Larkin hinweisen.
Ganz liebe Gruesse aus dem Land des durchnaessenden Spruehregens!